Coupés in Genf: 20 historische Höhepunkte

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Die Plätze 10 bis 6

Platz 10: Citroën SM von 1970. Überraschte Gesichter in den Chefetagen der etablierten Prestigemarken: Die Presseresonanz auf den Genfer Salon 1970 war so gar nicht nach ihrem Geschmack. Ausgerechnet Citroën, dem Hersteller bezahlbarer Zwei- und Vierzylinder, war der Coup gelungen mit einem Maserati-Sechszylinder den absoluten Star des Salons zu präsentieren und die Titelseiten der Medien zu erobern. Gegen den extravaganten Citroën SM – sein Namenskürzel stand inoffiziell für „Sa Majesté“ – waren sogar manche Supersportler chancenlos. Der erste Oberklasse-Citroën verband den opulenten Komfort einer Luxuslimousine mit dem sportlichen Schick eines Coupés. Mit einer Vmax von 220 km/h war er schnellster Serienwagen mit Frontantrieb. Dazu präsentierte der SM technische Innovationen wie hydraulisches Kurvenlicht und eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung.

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Platz 9: Volkswagen Scirocco von 1974

Coupés als Krisenkiller. Dieses Talent stellten im Jahr der Ölkrise gleich zwei schöne Zweitürer von Ford und Volkswagen am Lac Léman unter Beweis. Mit quer eingebautem Triebwerk unter einer überraschend kompakten Motorhaube, Frontantrieb sowie Schrägheck mit großer Klappe fegte der Scirocco die Standards der konkurrierenden, aber technisch antiquierten Familiencoupés beiseite und bereitete den Weg in ein neues Auto-Zeitalter: Die Ära Golf. Tatsächlich wurde dieser Käfer-Nachfolger kurz nach dem Scirocco vorgestellt. Das nach einem heißen Wüstenwind benannte und von Stardesigner Giorgio Giugiaro gezeichnete Sportcoupé wurde dagegen bis 1981 über 500.000 mal verkauft, dann feierte der Nachfolger Weltpremiere. Wieder in Genf. Eine schöne Tradition, die der aktuelle Scirocco im nächsten Monat mit einem Facelift fortsetzt.

Platz 8: Ford Capri II von 1974

Er war der erste Familiensportler im Stil amerikanischer Muscle Cars. Unendlich lange Motorhaube für potenziell viele Pferdestärken, dazu ein kurzes, schnelles Heck und das Ganze zu erschwinglichen Kosten. Perfektionieren sollte dieses Paket der Capri II mit praktischer Heckklappe. Fast 1,9 Millionen Einheiten der Kultcoupés konnte Ford bis 1987 verkaufen – damit hatten nicht einmal die Macher des Mustang gerechnet. Für Vortrieb im erfolgreichsten europäischen Coupé aller Zeiten sorgte ein einzigartig breites Motorenband: Vom schwachbrüstigen 1,3-Liter-Vierzylinder über einen sportlichen 2,8-Liter-Turbo bis zum kultivierten 3,0-Liter-Sechszylinder war alles zu haben. Alternativ genügend Power für den ersten Platz bei Rennsporteinsätzen und Verfolgungsjagden in TV-Serien oder als Kostenkiller bei kleiner Haushaltskasse. So machte der Capri Ford noch einmal zur Nummer zwei in Deutschland.

Platz 7: Porsche 924 von 1976

Längst ist dieser Porsche ein Kultsportwagen der Klassikerszene. Ein Kulturschock war er dagegen bei seiner Präsentation vor 30 Jahren. Wasserkühlung, Frontmotor von Audi, Getriebe in Transaxle-Bauweise hinten, eher feminines rundliches Design aus der Feder des ehemaligen Corvette-Designers Anatole Lapin und das alles in einem ursprünglich als Volkswagen entwickelten Auto, damit konnten die Neunelfer-Fans wenig anfangen. Andererseits brachte der 924 so viel Geld in die Kasse, dass er in Krisenjahren sogar das Überleben des 911 sicherte. Die Produktionszahl 100.000 erreichte der Porsche 924 in knapp über fünf Jahren, für ein Sportcoupé in diesem Segment rekordverdächtig. Zusammen mit seinen Weiterentwicklungen 944 und 968 wurden es insgesamt sogar über 325.000 Exemplare, mehr als bis dahin von jedem anderen Porsche. Schließlich war der 924 sogar perfekter Vorbote des Achtzylinder-Typs 928, mit dem Porsche die Welt zwei Jahre später verblüffte.

Platz 6: Lancia Fulvia Coupé von 1965

Sollte die Marke Lancia sterben, werden es Autos wie das unvergänglich schöne Fulvia Coupé sein, die den Autobauer mit Feingefühl für große Formen bei Enthusiasten in ewiger Erinnerung halten. Das kompakte Coupé gilt als Meisterwerk des Lancia-Stilisten Pietro Castagnero. Zwölf Jahre lang verkörperte dieser Fulvia alles, was Lancia ausmachte: Ästhetik, Exklusivität. Sportlichkeit und Modernität, weshalb ihm die neuen Herren des Fiat-Konzerns mit einer aufregend gezeichneten und gleichnamigen Studie 2003 ein spätes Denkmal setzten. Tatsächlich war der Fulvia aber auch der bis dahin meistproduzierte Lancia aller Zeiten. Der fortschrittliche Frontantrieb und aufwändige Fahrwerkstechnik ermöglichten den kleinen Coupés unzählige Siege im Motorsport, darunter auch ein Triumph bei der Rallye Monte Carlo.

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