Daimler: Erfinder des Oldtimers

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Um den Teilevertrieb für historische Fahrzeuge kümmern sich darüber hinaus die Classic-Partner – rund 500 Betriebe in Deutschland. Classic-Partner werden in Fellbach zum Thema Teile geschult und erhalten einen tieferen Einblick in die Materie Old- und Youngtimer.

Aber selbstverständlich kann sich jeder Mercedes-Partner in Sachen Originalteile, Fahrzeugverkauf und -ankauf sowie Technik bei den Ansprechpartnern im Classic-Center melden.

Traditionspflege ist kein Selbstzweck

Die aufwendige Traditionspflege, die der Daimler-Konzern betreibt, ist freilich kein Selbstzweck. Ihr Nutzen für das Unternehmen geht weit über den bloßen Umsatz mit Ersatzteilen und Reparaturaufträgen hinaus.

Eine lange Unternehmensgeschichte vermag bei potenziellen Kunden Vertrauen zu wecken; eine geregelte Teileversorgung bindet die Autobesitzer länger an das Autohaus und an den Hersteller; die historische Glaubwürdigkeit des Unternehmens macht aktuelle Qualitätsversprechen nachvollziehbar und soll eine Wertschätzung gegenüber der Marke erzeugen, die die höheren Preise plausibel erscheinen lässt. Auch sollen sich die Fahrer betagter Modelle in den Werksvertretungen wohl und willkommen fühlen.

Erheblicher Bestand

Doch wie viele Mercedes-Klassiker sind überhaupt noch auf den Straßen? Lohnt es sich für Werkstätten, dieses Thema anzugehen? Schon eine kurze Recherche in den einschlägigen Fahrzeughandelsbörsen im Internet gibt Aufschluss. Mit weitem Abstand liegen Mercedes-Angebote vorn – selbst deutlich vor den Volumenmarken Volkswagen, Ford und Opel und um Welten vor den heutigen Premiumkonkurrenten Audi und BMW. Auf Mobile.de etwa wurden am 29. Oktober 2.295 Mercedes-Autos mit einer Erstzulassung vor 1980 angeboten, aber nur 404 BMW und 1.008 VW.

Allein von der ersten Nachkriegsgeneration der Mercedes-Modelle, den in Rahmenbauweise hergestellten Typen 170 bis 220, sind noch rund 1.000 Stück im Bestand. Der bekannte „Strich-Acht“, produziert von 1967 bis 1976, ist heute einer der beliebtesten Alltags-Oldtimer und findet sich noch rund 10.000 Mal in der Zulassungsstatistik. Und von der legendären Roadster-Baureihe R107, mit 14 Jahren Laufzeit selbst für Mercedes-Verhältnisse ein Dauerläufer, fahren noch gut 18.000 Exemplare herum.

Vom Gebrauchten zum Youngtimer

Ein Mercedes von gestern ist im Sinne des Unternehmens 20 Jahre nach Produktionsauslauf ein Klassiker. Folgt man dieser Definition, dann beträgt der Bestand an solchen Fahrzeugen über 85.000 Einheiten. Außerdem laufen noch viele Hunderttausend Autos der Baureihen W124 und W201, deren Status sich bereits zu wandeln beginnt: vom Gebrauchtwagen zum Youngtimer.

Klassische Mercedes sind mit ihrer legendären Qualität und hohem Nutzwert zudem immer noch alltagstauglich. Entsprechend kommen viele Besitzer auf hohe Laufleistungen und sparen gleichfalls nicht daran, ihr vierrädriges Schätzchen technisch fit zu halten. Mercedes-Young- und Oldtimer sind also ein attraktives Geschäftsfeld für Werkstätten.

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