Das Motoröl von Morgen

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Immer strengere Abgasvorschriften fordern die Entwicklung immer wieder neue Schmierstoffe. Sven Köhler vom Schmierstoffanbieter Addinol zeigt auf, was die Zukunft in Sachen Schmierstoffe bringen kann.

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Dipl.-Ing. (FH) Sven Köhler ist Produktmanager Automotive bei dem Schmierstoffspezialisten Addinol.
Dipl.-Ing. (FH) Sven Köhler ist Produktmanager Automotive bei dem Schmierstoffspezialisten Addinol.
( Foto: Addinol )

Die Fahrzeughersteller schmeißen mit Ölfreigaben nur so um sich und Begriffe wie „Low“- und „Mid-SAPS-Öle“ geistern durch Gazetten und Fachzeitschriften. Der europäische Motorölmarkt befindet sich in einer Phase grundlegender Veränderungen. Die Einführung neuer, immer strengerer EU-Emissionsnormen führt zwangsläufig zur Entwicklung neuer Motorentechnologien und Abgasnach-behandlungssysteme. Bekannte Beispiele sind Partikelfilter sowie aktuell NOX-Speicherkatalysatoren.

„Den Schmierstoffhersteller zwingt diese Technik dazu, das Konstruktionselement Motoröl in immer kürzeren Abständen anzupassen und neue Schmierstoffgeneration zu entwickeln“, beschreibt Sven Köhler, Produktmanager Automotive beim Schmierstoffanbieter Addinol, die Situation. Nur so sind die Fahrzeuge in der Lage, entsprechende Grenzwerte zuverlässig einzuhalten. So war die Euro-4-Norm der Auslöser für einschneidende Veränderungen in der Additivchemie von Motorölen. Die Ölhersteller haben neue Additivkomponenten entwickelt, die die stark gestiegenen motorischen Anforderungen sicher beherrschen und eine hohe Effizienz der Abgasnachbehandlungssysteme sicherstellen sollen.

Faktor Abgasreinigung

Dieselpartikelfilter erlauben nur sehr geringe Mengen an Phosphor, Schwefel und Sulfatasche im Motoröl – diese Stoffe dienen als Verschleißschutz und Schmiermittel – anderenfalls verstopfen sie. Bekannt sind die speziell für moderne Dieselmotoren mit DPF entwickelten Schmierstoffe als Low- oder Mid-SAPS-Öle (Öle mit niedrigem bis mittlerem Anteil an Sulfatasche, Phospor und Schwefel).

Auch die europäische Motorölspezifikation ACEA berücksichtigt die neuen und höheren Anforderungen an Motoröle. Für Pkw wurden diese erstmals in der ACEA 2004 in einer separaten Norm, der ACEA C, definiert. Bis heute gibt es aufgrund unterschiedlicher Anforderungen der Fahrzeughersteller in der aktuellen Ausgabe der ACEA 2008 vier unterschiedliche Klassen: ACEA C1 bis C4. Sie unterscheiden sich in erster Linie hinsichtlich der zulässigen Anteile der zuvor beschriebenen Stoffe.

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Neue Öle

Seit Kurzem noch stärker im Fokus der Verbraucher und damit der Fahrzeughersteller ist das Kraftstoffsparen und damit der Einfluss der Schmierstoffe auf eine Reduzierung innermotorischer Reibung. Hier spielt die Hochtemperatur-Hochscherviskosität (HTHS) eine wesentliche Rolle. Bei Ölen mit einem Wert ≥ 3,5 mPa*s spricht man von abgesenkter HTHS-Viskosität. Diese Öle sollen einen geringeren Kraftstoffverbrauch ermöglichen. Sie können aber nur in Motoren verwendet werden, die für deren Einsatz konzipiert sind.

Die Folgen der sich verschärfenden Anforderungen an das Motoröl: Die speziellen Freigaben der Pkw-Hersteller werden weiter zunehmen und die Zahl der Spezialöle für einzelne Modelle bzw. Hersteller wird weiter steigen. „Low-SAPS-Motoröle werden in Zukunft dominieren, insbesondere mit Blick auf bevorstehende Euronormen gibt es kaum Alternativen“, so Köhler.

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