Durchstarten 2021 „Das neue Jahr beherzt angehen und zu einem guten Ende bringen“

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Viktoria Hahn

Freude an alternativen Antrieben, Durchbruch für die Elektromobilität, gestärkter Zusammenhalt – für VDIK-Präsident Reinhard Zirpel hat das zurückliegende Krisenjahr auch erfreuliche Aspekte mit sich gebracht. Für 2021 prognostiziert er eine zaghafte Erholung.

Reinhard Zirpel, VDIK-Präsident.
Reinhard Zirpel, VDIK-Präsident.
(Bild: Elke A. Jung-Wolff)

Redaktion: Wie würden Sie das allgemeine Stimmungsbild der Automobilbranche derzeit beschreiben?

Reinhard Zirpel: Hinter uns liegt das schwierigste Autojahr seit 30 Jahren. Auf den Automobilmärkten weltweit haben wir nie dagewesene Einbrüche erlebt. Daher ist die Stimmung naheliegenderweise eher verhalten. Gleichwohl ist nicht alles grau. Die schweren Verluste der ersten Monate waren zwar nicht mehr aufzuholen. Aber im zweiten Halbjahr kam es wenigstens zu einer leichten Erholung. Freude haben uns auch die alternativen Antriebe gemacht. 2020 ist trotz Coronakrise das Jahr des Durchbruchs für die Elektromobilität geworden.

Welche Weichen müssen jetzt gestellt werden, damit die Branche die Schatten der Krise endgültig abschütteln kann?

Die Krise hatte Corona-bedingte und strukturelle Ursachen allgemeiner Art. In erster Linie gilt es, das Virus erfolgreich zu bekämpfen und die beschlossenen Hilfsmaßnahmen konsequent und schnell umzusetzen, damit die Menschen wieder zuversichtlich in die Zukunft schauen können – ohne Ängste gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Art. Gleiches gilt in ähnlicher Form für die Unternehmen. Dann werden die Kund*innen auch wieder mehr Autos kaufen. Wir rechnen damit, dass der Pkw-Markt 2021 auf etwa 3,1 Millionen Neuzulassungen zulegt. Das wäre ein leichtes Plus auf niedrigem Niveau. Für mehr Zuversicht sehen wir im Moment noch keine ausreichende Basis. Corona ist nicht überstanden, die Unsicherheit wird in diesem Jahr noch anhalten. Insgesamt müssen wir darauf achten, dass die individuelle Mobilität nicht weiter verteuert wird.

Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«