Datsun präsentiert dritte Go-Variante

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Auf Go und Go Plus könnte Go-Cross folgen. Datsun-Chef Vincent Cobee hat bereits für Anfang 2016 ein neues Modell angekündigt. Vor allem in Afrika will Nissan mit seiner Billig-Marke punkten.

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Nach Go und Go Plus soll bei Datsun bald der Go-Cross folgen.
Nach Go und Go Plus soll bei Datsun bald der Go-Cross folgen.
(Foto: Nissan)

Um sich an Datsun zu erinnern, muss man schon ein Autofahrer der älteren Generation sein. Modelle wie Sunny, Cherry und nicht zuletzt 200SX dürften dem einen oder anderen noch ein Begriff sein. In den letzten drei Jahrzehnten war es aber ziemlich ruhig geworden um die japanische Marke. Das lag vor allem daran, dass zu Beginn der achtziger Jahre die Marke umbenannt wurden – in Nissan.

Schon 1933 übernahm der Hersteller den drei Jahre älteren Autobauer Datsun, aber erst 50 Jahre später entschied die Konzernführung, den Namen aufzugeben und die Marke Nissan zu stärken. Denn: Unter dem Datsun-Blech steckten schon lange vornehmlich Nissan-Modelle.

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Seit 2014 lebt Datsun nun wieder auf – als günstiger Nissan-Ableger. Auf Basis des Micra, der früher übrigens auch mal Datsun hieß, kam als erstes in Indien der Go auf den Markt, kurz darauf folgte der Minivan-Ableger Go Plus. Inzwischen ist Datsun auch in Indonesien, Russland und Südafrika vertreten. In knapp zwei Jahren hat es die Marke geschafft, immerhin 114.000 Autos zu verkaufen; mittlerweile gibt es schon wieder 420 Datsun-Händler.

Im Rahmen der Tokyo Motor Show im Oktober hat Datsun nun ein weiteres Modell in Aussicht gestellt: den Go-Cross. Nach VW-Cross-Polo-Vorbild wurde der kleine Van zum Softroader aufgerüstet, höher gelegt und mit robust wirkenden Plasteplanken, einem angedeuteten Unterfahrschutz und einer Dachreling versehen. So könnte er mehr oder weniger unverändert schon Anfang 2016 in Serie gehen, für dann nämlich hat Datsun-Chef Vincent Cobee ein neues Modell angekündigt.

Ghosn will expandieren

Und neue Modelle sind auch dringend nötig, denn Carlos Ghosn, oberster Chef der Renault-Nissan-Allianz, will expandieren und weitere Kunden gewinnen, unter anderem im restlichen Afrika. Während in den etablierten Märkten – West-Europa, USA, Japan und Korea – kaum mehr Wachstum zu erzielen ist, gibt es global noch reichlich autohungrige Regionen, die mit günstigen Fahrzeugen bedient werden wollen. Viele Kunden kaufen dort derzeit ihr erstes eigenes Auto.

Auf 100 Millionen Autos soll der weltweite Fahrzeugabsatz im Jahr 2020 steigen, zwanzig Jahre zuvor war es noch die Hälfte. Doch mit der rasch wachsenden Käuferschaft in den neuen Märkten, steigt auch der Wunsch nach einer größeren Modellauswahl. Dem will Datsun nicht zuletzt mit dem Go-Cross begegnen. Erfahrung im Vermarkten günstiger Modelle hat der Renault-Nissan-Konzern schließlich reichlich, gehört doch auch Dacia zur Allianz. Der rumänische Hersteller schrieb innerhalb kurzer Zeit in Westeuropa eine Erfolgsgeschichte, die man mit „wenig Geld für viel Auto“ überschreiben könnte.

Genau deswegen ist ein Datsun-Start in Westeuropa derzeit aber auch nicht in Sicht: Den Rest der Welt zu erobern ist der Konzern-Führung wichtiger, als sich Konkurrenz aus dem eigenen Haus nach Europa zu holen. Optisch allerdings würde sich der bullige, leicht SUV angehauchte Go-Cross vermutlich auch hier gut machen. Und gerade in Osteuropa dürften viele der Marke Datsun vorurteilsfreier begegnen als Dacia. Wer weiß: Sollte die Nachfrage in Europa weiter zurückgehen, ist vielleicht auch dort noch Platz, für eine zweite Günstig-Marke aus dem Hause Renault-Nissan.

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