Neue Prüfungsordnung Der „Fahrzeugrestaurator“ wird verjüngt

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Die bestehende Prüfungsordnung zur Berufsprüfung für Fahrzeugrestauratorinnen und -restauratoren in der Schweiz konzentrierte sich bislang auf Handlungskompetenzen an Oldtimern der älteren Generation. Das soll sich bald ändern.

Von wegen modernes Diagnosegerät: Bei Arbeiten an einem VW Golf II kommt der Messwagen („die Harfe“) des ehemaligen V.A.G.-Serviceorganisation zum Einsatz. (Bild:  AGVS-Medien)
Von wegen modernes Diagnosegerät: Bei Arbeiten an einem VW Golf II kommt der Messwagen („die Harfe“) des ehemaligen V.A.G.-Serviceorganisation zum Einsatz.
(Bild: AGVS-Medien)

Seit der Ausarbeitung der aktuellen Prüfungsordnung für Fahrzeugrestauratorinnen und -restauratoren in der Schweiz (wir berichteten) ist die Nachfrage in der Branche und von Fahrzeughaltern – diese gehören meistens den Generationen X und Y an – nach Spezialisten mit Handlungskompetenzen für Arbeiten an sogenannten Youngtimern unerwartet stark gestiegen. Per Definition ist die Bezeichnung Youngtimer für die damit gemeinten Fahrzeuge allerdings nicht korrekt, deren Jahrgänge sind teils längst ebenfalls zu Oldtimern herangewachsen. Man bedenke: Ein Auto mit Erstzulassung 1995 mutiert dieses Jahr zum Oldtimer. – deshalb sprechen wir bei dieser Gruppe von „Oldtimern der jüngeren Generation“.

Andere Handlungskompetenzen nötig

Die erforderlichen Handlungskompetenzen für Arbeiten an jüngeren Oldtimern unterscheiden sich zum einen deutlich von denen der älteren Generation, zum anderen auch von denen der heutigen Fahrzeuge. Die jüngere Oldtimer-Generation ist bereits mit Elektronik für Motor, Trieb- und Fahrwerk, aber vor allem auch für Komfortfunktionen ausgestattet, jedoch mit gegenüber aktuellen Fahrzeugen bescheideneren Eigendiagnosen, beschränkter Literatur sowie analogeren Mess- und Diagnosegeräten. Das stellt ganz spezifische Anforderungen an unsere Fachkräfte in den Werkstätten. Der Spezialist muss über ein hohes Verständnis für die damaligen Diagnosemöglichkeiten mit der dahinterstehenden Philosophie verfügen. Wichtig ist ebenfalls, dass er in der Lage ist, modernes Messequipment für die Technik der Achtziger- und Neunzigerjahre zielführend einzusetzen.

Vor OBD-Ära: Bei der Fehlersuche an einem Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 wird mit Buchsenkasten („Brake-out-box“) und klassischer Messtechnik gearbeitet.(Bild:  AGVS-Medien)
Vor OBD-Ära: Bei der Fehlersuche an einem Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 wird mit Buchsenkasten („Brake-out-box“) und klassischer Messtechnik gearbeitet.
(Bild: AGVS-Medien)

Künftig zwei Fachrichtungen

Die Ergänzung mit den Handlungskompetenzen für die „jüngere Automobiltechnik“ erfordert, dass aus der bestehenden Fachrichtung „Automobiltechnik“ künftig zwei Fachrichtungen entstehen: die neue Fachrichtung „jüngere Automobiltechnik“ und die bestehende Fachrichtung „ältere Automobiltechnik“. Die IgF-Trägerschaft hat daher beschlossen, die neue Prüfungsordnung mit dieser weiteren Fachrichtung zu ergänzen. Eine Projektgruppe, bestehend aus Mitgliedern aus Bildung, Gewerbe (Youngtimer-Spezialisten) und den diversen Trägerschaften der Interessengemeinschaft Fahrzeugrestaurator IgF, hat bereits ihre Arbeit aufgenommen und in verschiedenen Sitzungen die Inhalte der neuen Fachrichtung definiert. Wenn alles rund läuft, sollte die neue Prüfungsordnung im Sommer 2026 in die Vernehmlassung gehen und im darauffolgenden Herbst die erste Klasse mit neuer Fachrichtung ihre Ausbildung starten können.

Dieser Beitrag erschien in der Online-Ausgabe des Autogewerbe-Fachmagazin AUTOINSIDE des AGVS, Schweiz, April 2025, agvs-upsa.ch

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