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Der Privatmarkt schwächelt immer mehr

| Autor: Andreas Grimm

Die Impulse der Privatkunden für den Neuwagenmarkt werden schwächer. Im März verzeichnete die Statistik einen deutlichen Einbruch des Privatkundengeschäfts. Gleichzeitig steigen die Eigenzulassungen des Handels.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt verharrt auf dem Niveau des Vorjahres – und das hat nicht zuletzt mit einer sinkenden Kaufneigung des Privatkundenmarktes zu tun. Im März zeigte sich der Rückgang der Neuzulassungen in diesem Segment besonders deutlich. Laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce wurden im vergangenen Monat 124.893 Fahrzeuge erstmals von privat zugelassen. Das waren gut 11.000 Einheiten weniger als im Vorjahresmonat (-8,3 %). Insgesamt waren die Neuzulassungen im März um 0,5 Prozent rückläufig.

Doch auch schon im Januar (-7,0 %) und etwas schwächer im Februar (-1,7 %) hatte sich gezeigt, dass die Absatzzuwächse, die das Segment zumindest vor den WLTP-Problemen im vergangenen Herbst über viele Monate geprägt hatten, zumindest derzeit der Vergangenheit angehören. Im ersten Quartal 2019 summierten sich die Privatzulassungen auf rund 307.750 Einheiten. Im Vorjahresquartal waren es noch 327.250 Einheiten gewesen (- 6,1 %).

Bereits nach der Veröffentlichung der offiziellen Zulassungszahlen hatte die Wirtschaftsberatung EY die Ursache in einem schwächeren Privatmarkt gesehen. „Die Konjunktursorgen nehmen sowohl in Deutschland als auch weltweit zu, ein ungeordneter Brexit wird immer wahrscheinlicher und dürfte massive wirtschaftliche Folgen haben“, sagte EY-Autoanalyst Peter Fuß. Da wichtige Indikatoren negativ seien, „lassen Unternehmen wie Privatpersonen bei größeren Anschaffungen zunehmend Vorsicht walten“. Die negative Entwicklung des Privatkundenmarktes sei zudem nur noch in Einzelfällen mit der WLTP-Umstellung zu begründen.

Dafür spricht auch die positive Entwicklung im Gewerbekundengeschäft, die letztlich einen wesentlichen Beitrag zur quasi stabilen Zulassungsbilanz im März lieferte. Im dritten Monat des Jahres wurden 80.810 Neuwagen an Firmen- und Flottenkunden ausgeliefert. Das waren 5,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Es ist der dritte Zuwachs in Folge für dieses Marktsegment. Zudem übertrafen die Flottenzulassungen zum zweiten Mal überhaupt die Marke von 80.000 Einheiten im Monat März.

Deutlich häufiger wurde zuletzt auch zu Geschäften mit den Autovermietern gegriffen. Dieser Abnehmerkreis ließ im März knapp 42.500 Neuwagen zu, das waren 6.400 Einheiten mehr als vor einem Jahr (+17,7 %).

Eigenzulassungen: Weniger beim Hersteller, mehr beim Handel

Uneinheitlich entwickelte sich das Geschäft mit den Eigenzulassungen. Die Hersteller und Importeure fuhren ihre Zulassungstätigkeit um mehr als ein Zehntel auf 29.000 Fahrzeuge zurück – möglicherweise auch als Reaktion auf die vielen Auslieferungen an die Vermieter. Auf die Händler entfielen 68.350 Erstzulassungen. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zusammengenommen sank damit die Zahl der Eigenzulassungen leicht sogar um 1.200 Einheiten (- 1,2 %).

Die Tendenzen in den März-Zulassungszahlen spiegeln sich auch in der Entwicklung der steigenden Diesel-Nachfrage wider. Der Anteil des Diesels an den Neuzulassungen stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 32,4 Prozent. Allerdings: Vor Ausbruch der Dieselkrise im März 2015 hatte der Anteil bei 47 Prozent gelegen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«