Pfändungsfreigrenze Der Schuldner freut sich, der Händler hat das Nachsehen

Autor: Silvia Lulei

Zum 1. Juli 2021 wurde der pfändungsfreie Grundbetrag für Schuldner auf 1.252,64 Euro monatlich angehoben. Im Zweifel bedeutet das, dass der Händler länger auf sein Geld warten muss, wenn noch Forderungen offen sind.

Wenn das Geld knapp ist, kommen Autohaus- und Werkstattkunden in Zahlungsverzug. Die neuen Pfändungsgrenzen sorgen dafür, dass den Kunden mehr Geld zum Leben bleibt und die Forderungen in kleineren Beträgen beglichen werden.
Wenn das Geld knapp ist, kommen Autohaus- und Werkstattkunden in Zahlungsverzug. Die neuen Pfändungsgrenzen sorgen dafür, dass den Kunden mehr Geld zum Leben bleibt und die Forderungen in kleineren Beträgen beglichen werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Verschuldete Privatpersonen brauchen eine Existenzsicherung. Dazu trägt auch der sogenannte pfändungsfreie Grundbetrag für Schuldner bei. Der lag seit dem 1.Juli 2019 bei 1.178,59 Euro und wurde zum 1. Juli 2021 auf 1.252,64 Euro monatlich angehoben. Künftig soll dieser Betrag jährlich weiter steigen. Die Erhöhung der Pfändungsfreigrenze liegt mit 6,28 Prozent deutlich über der Inflationsrate von 2,5 Prozent in Relation zum Vorjahr (Statistisches Bundesamt im Mai 2021).

Nach § 850c Abs. 2a Zivilprozessordnung (ZPO) alter Fassung konnten sich die unpfändbaren Beträge gemäß § 850c Abs. 1 und 2 ZPO alle zwei Jahre jeweils zum 1. Juli ändern. Seit diesem Jahr ändern sich die Pfändungsfreigrenzen in einem jährlichen Rhythmus. Ob das auch tatsächlich passiert, ist – wie bisher – an das zum 1. Januar des jeweiligen Jahres errechnete wirtschaftliche Existenzminimum geknüpft. Das heißt: Die Entwicklung des am 1. Januar des jeweiligen Jahres geltenden steuerlichen Grundfreibetrags (§ 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes [EStG]) ist entscheidend – und dieser wurde im relevanten Zeitraum (1.1.2019 bis 1.1.2021) um 6,28 Prozent von 9.168 Euro (2019) auf 9.744 Euro (2021) angehoben.

Über den Autor

 Silvia Lulei

Silvia Lulei

Fachredakteurin Kfz-Gewerbe, Vogel Communications Group