Deutlicher Absatzrückgang auf dem Reifenmarkt 2019

4,1 Prozent weniger Pkw- und Offroadreifen verkauft

| Autor: Jan Rosenow

Der Absatz an Transporterreifen blieb 2019 stabil.
Der Absatz an Transporterreifen blieb 2019 stabil. (Bild: Goodyear)

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In der Hitliste der kreativsten Umschreibungen für einen Absatzrückgang dürfte der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) mit seiner neuesten Wortschöpfung ganz weit vorn landen: „Marktkonsolidierung auf Stückebene“ nennen die Bonner den Rückgang von 4,1 Prozent im Vergleich zum Mengenabsatz im Vorjahr. „Der Reifenersatzmarkt befindet sich weiter in einer Konsolidierungsphase, die von stagnierenden bis rückläufigen Absatzzahlen geprägt ist“, kommentiert BRV-Geschäftsführer Yorick M. Lowin.

Im Segment Consumer-Reifen bestimmt die Produktgruppe Pkw- und Off-Road-Reifen (4x4) maßgeblich die Entwicklung im Markt. 44,8 Millionen Stück wurden in dieser Produktgruppe im vergangenen Jahr verkauft, nach 46,7 Millionen im Vorjahr. Gewinner waren hier erneut einzig die Ganzjahresreifen, von denen mit neun Millionen Stück 13 Prozent mehr verkauft wurden als im Vorjahr. Der Absatz an klassischen Winterreifen sank um 7,5 Prozent, der an Sommerreifen um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Ganzjahresreifen an dieser Produktgruppe stieg zu Lasten der Saisonspezialisten um etwa drei Prozentpunkte auf jetzt 20 Prozent (Winterreifen: 47 Prozent, Sommerreifen: 33 Prozent).

Schon jeder dritte Transporterpneu ist ein Ganzjahresreifen

Das weiter boomende Transportersegment half der ebenfalls zum Consumer-Segment zählenden Produktgruppe der Reifen für leichte Nutzfahrzeuge (Lkw-Reifen), ihren Absatz stabil zu halten. Die Stückzahl lag 2019 bei 3,74 Millionen und ging damit im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 0,8 Prozent zurück. Der Absatz von Ganzjahresreifen stieg in dieser Produktgruppe um weitere 6,2 Prozent, ihr Marktanteil liegt damit bei 31 Prozent.

Über alle Marktsegmente hinweg wurden in Deutschland 2019 rund 53,3 Millionen Reifen verkauft (minus 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dazu gehören Lkw-Reifen (2,724 Millionen Stück), Motorradreifen (1,75 Millionen Stück) sowie Nischenprodukte für Traktoren und Arbeitsmaschinen.

BRV zeigt sich optimistisch für das Jahr 2020

Für das laufende Jahr rechnet der Reifenfachverband mit stabilen Absatzzahlen im größten Marktsegment Consumer-Reifen. In dieser Prognose ist sicherlich ein gewisses Maß an berufsbedingtem Optimismus enthalten: Bereits für 2019 hatte der BRV eine positive Marktentwicklung vorhergesagt, die aber nun nicht eingetreten ist. Inwieweit die durch das neue Coronavirus verursachten Einschränkungen in der Wirtschaftstätigkeit auch den Reifenabsatz betreffen werden, lässt sich aktuell kaum vorhersagen.

Bei der Berechnung der Marktanteile der unterschiedlichen Vertriebskanäle bei den Pkw-Reifen subsumiert der BRV mittlerweile den Reifenfachhandel und die freien Kfz-Werkstätten. Beide zusammen kamen auf 64 Prozent, ähnlich wie im Vorjahr. Autohäuser und markengebundene Werkstätten halten ebenso unverändert einen Marktanteil von 23 Prozent. Fachmärkte und sonstige Verkaufsstellen kamen auf fünf Prozent, und der Onlinehandel im B2C-Bereich auf acht Prozent.

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