Betrugsverdacht Deutsche Lichtmiete stellt Insolvenzantrag

Von Jakob Schreiner

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen die Deutsche Lichtmiete wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Betrugs und hat Konten „eingefroren“. Das Unternehmen hat sich auf die Vermietung und Produktion von LED-Beleuchtungen spezialisiert. Auch Kfz-Betriebe gehören zu den Mietkunden.

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Die Deutsche Lichtmiete, die sich auf die Produktion und Vermietung von LED-Beleuchtungen spezialisiert hat, ist zahlungsunfähig.
Die Deutsche Lichtmiete, die sich auf die Produktion und Vermietung von LED-Beleuchtungen spezialisiert hat, ist zahlungsunfähig.
(Deutsche Lichtmiete)

Nach mehreren Razzien, eingefrorenen Konten und aufgrund von Betrugsverdacht ist die Deutsche Lichtmiete zahlungsunfähig. Entsprechende Anträge für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurden am 30.12.2021 eingereicht und werden aktuell geprüft, wie mehrere Medien unabhängig voneinander berichtet haben. Ein Sprecher des Amtsgerichts Oldenburg bestätigte auf Nachfrage von »kfz-betrieb« den Eingang der Anträge. Betroffen seien dem Sprecher zufolge die Deutsche Lichtmiete AG, die Deutsche Lichtmiete Produktionsgesellschaft mbH und die Deutsche Lichtmiete Vermietgesellschaft mbH.

Wie das „Handelsblatt“ am 31.12.2021 berichtete, hatte Vorstand Alexander Hahn die Insolvenzanträge in einer an die Mitarbeiter gerichteten E-Mail bestätigt. Sämtliche Konten seien seit der Razzia am 8.12.2021 gesperrt und die Gruppe sei handlungs- und zahlungsunfähig. Hahn wolle außerdem als Vorstand zurücktreten.

Von den Durchsuchungen hatte die Öffentlichkeit aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei Oldenburg am darauffolgenden Tag erfahren. Insgesamt sei es zu Razzien in Geschäftsräumen der betroffenen Gesellschaften und Wohnräumen von vier Beschuldigten gekommen. Der Vorwurf: Verdacht des gemeinschaftlichen Betrugs. Es soll weiterhin Kapital eingesammelt worden sein, obwohl das Investorenmodell laut der Mitteilung „nicht tragfähig und ungeeignet“ gewesen und den Beschuldigten das auch klar gewesen sein soll.

In einer Stellungnahme im Dezember hatte das Unternehmen die Razzien bestätigt. Darin hieß es weiter, dass man vollumfänglich mit den Behörden kooperieren wolle, sich aber aufgrund des aktuell laufenden Verfahrens nicht weiter äußern könne.

Autohäuser spüren noch keine Auswirkungen

Die Deutsche Lichtmiete hat sich auf die Herstellung und Vermietung von LED-Beleuchtung spezialisiert. Zum Mietmodell zählten beispielsweise Lichtplanung, Produktwahl, Installation und Wartung der Leuchten für die unterschiedlichsten Branchen – darunter auch das ein oder andere Autohaus. Eines davon war das Autohaus Ebersberg, ein VW-Konzernmarkenhändler aus dem bayerischen Ebersberg.

Auf Nachfrage von »kfz-betrieb« erklärte der Geschäftsführer Fritz Grill, dass die Insolvenz oder die Razzien bislang keine Auswirkungen auf den Arbeitsalltag in seinem Haus hätten. „Wir zahlen weiterhin unsere Miete und erhalten weiterhin alle uns vertraglich zugesicherten Leistungen“, sagt Grill. Ferner sagt er, dass alles, was die Deutsche Lichtmiete ihm versprochen habe, auch eingehalten wurde. An Spekulationen wolle er sich nicht beteiligen. Ein BMW-Partner aus dem fränkischen Hof hatte gar erst durch die Nachfragen von »kfz-betrieb« von der Insolvenz erfahren, alles funktioniere nach wie vor reibungslos.

Die Deutsche Lichtmiete wurde 2008 von Alexander Hahn gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben an acht Standorten über 100 Mitarbeiter.

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