Die Glinicke Gruppe ist breit aufgestellt

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Zunehmender Wettbewerb

„Wir möchten in jedem Fahrzeugsegment vertreten sein“, erklärt Carsten Bachmann, der zusammen mit Seniorchef Peter Glinicke und dessen Sohn Florian die Geschäftsführung der Gruppe bildet, den Hintergrund der Mehrmarkenstrategie. „Das versetzt uns in die Lage, jedem potenziellen Kunden sein Wunschauto anbieten zu können.“ Die Überlegung, das Markenspektrum überhaupt zu erweitern, gehe auch auf den Wettbewerbsdruck im Service zurück. Es sei zunehmend schwieriger, die vorhandenen Kapazitäten auszulasten. „Es war notwendig geworden, sich zusätzliche Werkstattarbeit vom Markt zu holen“, sagt Seniorchef Peter Glinicke. „Als Händler hat man mittlerweile das Problem, dass die Hersteller viele Dienstleistungen an sich gezogen haben“, ergänzt er. Die direkte Auslieferung von Neufahrzeugen sei nur ein Beispiel dafür.

Immer noch Familienbetrieb

Peter Glinicke hat nun den nächsten Generationswechsel in die Wege geleitet: „Der Alte zieht sich – ganz langsam – zurück, denn mit 80 muss doch mal Schluss sein“, sagt er. Doch ganz so lange muss sein Sohn Frank-Florian Glinicke nicht mehr warten: Bereits jetzt steht er gleichberechtigt am Ruder der neuen Leitungsfunktion der Unternehmensgruppe, der Glinicke Management GmbH, deren Geschicke er in zwei Jahren in Alleinverantwortung lenken soll.

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Bis dahin – und möglicherweise auch darüber hinaus – stehen der in Nordhessen, Thüringen und Westfalen ansässigen Autohandelsgruppe noch stürmische Zeiten bevor, für deren Bewältigung die Leitungsstruktur jetzt einer gründlichen Neuakzentuierung unterzogen wurde. „Wir haben uns neu aufgestellt und eine zusätzliche Führungsebene mit regionalem Bezug eingezogen“, sagt Frank-Florian Glinicke. Die Regionalleitung für Nordhessen und Westfalen liegt dabei in den Händen von Carsten Bachmann, dessen Aufgabenbereich sich in Kassel auf die Betriebe Hessenkassel, das Stammhaus des Unternehmens im Königstor und das Audi-Zentrum erstreckt sowie die Aktivitäten in Baunatal und die Betreuung der Marken Peugeot, Jaguar und Land Rover umfasst. In Westfalen betreut er die VW- und Audi-Betriebe in Minden und Bad Oeynhausen. Für den aus fünf Häusern in Erfurt, Weimar und Bad Langensalza bestehenden Geschäftsbereich Thüringen ist noch kein Regionalleiter benannt.

Flache Strukturen

Von der neuen Regionalstruktur abweichend, unterstehen nur die Porsche-Zentren in Erfurt, Kassel und Bielefeld direkt Frank-Florian Glinicke. „Da geht es um Markenverantwortung“, führt dieser an. Als Finanzchef zur Unternehmensgruppe zurückgekehrt ist Ralf Schaub mit der Verantwortung für Finanzen, Controlling, Rechnungswesen und Revision. „Er ist uns der Garant, die jetzigen rauen Gewässer zu umschiffen“, sagt Peter Glinicke. Flankierend zur Glinicke Management GmbH wurde nicht zuletzt dafür die Glinicke Dienstleistungs GmbH mit den Zuständigkeitsbereichen Finanzen, Controlling, Finanzbuchhaltung, Personal, EDV, Disposition, Zentraleinkauf und Kommunikation gegründet.

Der Zeitpunkt für grundlegende Veränderungen habe sich bereits Anfang des Jahres abgezeichnet, berichtet Peter Glinicke: „Da haben wir beschlossen, uns so aufzustellen, dass wir die kommenden schweren Jahr überstehen können“. In diesem Zusammenhang sei auch das Engagement der Dekra Consulting einzuordnen, „als externe Unterstützung zur Begleitung“, ohne deren Mitarbeit die Umstrukturierung laut Frank-Florian Glinicke „nicht in dieser Geschwindigkeit möglich wäre“.

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