Die Neuwagen-Auslieferungen sind weiterhin im Plus. Klarer Treiber sind die Elektromodelle. Der deutliche Absatzzuwachs schlägt sich an der Entwicklung der reinen E-Auto-Hersteller nieder. Doch die Entwicklung steht auf tönernen Füßen.
Die Auslieferungs-Transporter sind im April 2026 etwas häufiger gefahren als im Vorjahresmonat. Die Neuzulassungen sind 2,7 Prozent im Plus.
(Bild: Grimm – VCG)
Der deutsche Neuwagenmarkt ist im April auf Wachstumskurs geblieben. Allerdings fiel der Absatzzuwachs im zurückliegenden Monat bei Weitem nicht so deutlich aus wie im März, als die Verlaufszahlen um 16 Prozent zugelegt hatten. Im April ging es nun laut den Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) 2,7 Prozent nach oben. Insgesamt erhielten 149.163 Pkw ihr erstes Kennzeichen.
Mit dem neuerlichen Zuwachs summiert sich die Zahl der Erstzulassungen in Deutschland auf 948.567 Einheiten. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtmarkt bleibt dennoch weit hinter den Ergebnissen der Vorkrisenzeit zurück. Im ersten Jahresdrittel 2019 hatte das KBA noch 1,19 Millionen Erstzulassungen gezählt. Der Neuwagenmarkt ist damit um ein Fünftel geschrumpft.
Constantin Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY, bezweifelt, dass die Stabilisierung des Marktes nachhaltig ist. Die Entwicklung sei in erster Linie das Ergebnis staatlicher Subventionen: „Das aktuelle Plus auf dem deutschen Neuwagenmarkt ist vor allem auf die neue staatliche Förderung für E-Autos zurückzuführen, die sich jetzt deutlich in den Neuzulassungen niederschlägt“, schreibt er in einer Kurzanalyse. Dieses Absatzplus werde so lang anhalten, wie die Prämie bezahlt wird. „Nach Auslaufen der Förderung wird der Elektro-Absatz wieder einbrechen.“
Tatsächlich ist im April erneut ein starkes Plus der Elektrozulassungen festzustellen. 64.350 reine Elektroautos (BEV) kamen neu auf die Straßen. Das waren 41,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil an den Neuzulassungen legte damit auf 25,8 Prozent zu. Ihr Anteil liegt damit 7 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Im gesamten Jahresverlauf kommen die BEV auf einen Anteil von 23,6 Prozent. Die Zulassungen der Pkw mit Ottomotor sanken um 20 Prozent, Dieselmodelle verloren 14 Prozent an Akzeptanz.
BEV-Markt wird zunehmend von Privatkunden getragen
Positiv ist, dass der BEV-Aufschwung inzwischen auch von den Privatkunden getragen wird. „Private BEV-Neuzulassungen sind im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 82,6 Prozent überdurchschnittlich gestiegen. Kunden schätzen einerseits das steigende Produktangebot und andererseits die annähernde Kostenparität in den Einstiegssegmenten“, berichtet Imelda Labbé, Präsidentin des Importeursverbands VDIK.
Sie sieht den Kostenaspekt als Treiber der Entwicklung – neben den Anschaffungskosten gehört dazu auch die Entwicklung der Kraftstoffkosten. Zuletzt hatten verschiedene Marktbeobachter darauf hingewiesen, dass sie in den hohen Spritpreise einen wesentlichen Treiber der Elektronachfrage sehen – im Neu- wie im Gebrauchtwagenmarkt.
Das Argument der Energiekosten führt auch Thomas Peckruhn, Präsident des Zentralverbands des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, ins Feld. „Dieser dynamischere Hochlauf ist vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise und das inzwischen breitere Fahrzeugangebot der Hersteller zurückzuführen“, erklärte er. Gleichzeitig sieht er durchaus eine Wirkung der staatlichen Elektroprämie.
Trotzdem gewinne die Elektromobilität zunehmend aus eigener Kraft an Bedeutung, ergänzt Peckruhn. „Das deutlich breitere Modellangebot der Hersteller trifft auf eine steigende Preissensibilität der Kunden – und sorgt so für zusätzliche Impulse im Privatkundensegment."
Weniger deutlich, aber dennoch überproportional fällt das Wachstum der PHEV-Zulassungen aus. Sie legten um 13,3 Prozent auf 27.546 Fahrzeuge an. Dies entspricht einem Marktanteil von 11,1 Prozent, was damit rund 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonatswert. Im Gesamtjahr kommt diese Antriebsart damit auf 10,9 Prozent.
Ungünstige Rahmenbedingungen bremsen Kauflaune
Trotz der positiven Entwicklungen bewertet EY-Analyst Gall die allgemeinen Rahmenbedingungen als „insgesamt weiterhin sehr ungünstig“. Für eine nachhaltige Besserung fehle die Hoffnung, dass es bald zu einer Konjunkturwende und zu positiven politischen und wirtschaftlichen Impulsen kommt. Die hohen Spritpreise würden die Kaufzurückhaltung letztlich mehr hemmen, als es das Interesse an E-Fahrzeugen ausgleichen könne. „Die Inflation steigt, die Kaufbereitschaft sinkt, große Anschaffungen werden vertagt“, bilanziert er.
Eine positive Nachricht gibt es dennoch: Die Auftragseingänge aus dem Inland konnten im April um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zulegen, berichtet der Herstellerverband VDA.
Gewinner und Verlierer im April
Blickt man auf Entwicklung der Marken, zeigt sich einmal mehr, dass der Wandel zur Elektromobilität bei den reinen BEV-Marken ankommt. Zu den größten prozentualen Gewinnern gehörten unter anderem Lynk & Co (+611 %, bei sehr kleinen Stückzahlen), Leapmotor (+331 %), Smart (+260 %) und vor allem Tesla (+256 %) und BYD (+200 %). Auch der bereits etablierte Marke MG ist mit einem Plus von 62 Prozent ebenfalls in der Spitzengruppe der Zulassungsgewinner.
Stand: 08.12.2025
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Die erste Traditionsmarke, die natürlich ebenfalls Elektromodelle vertreibt, in der Gewinnerliste ist Renault mit einem Absatzplus im April von 29 Prozent, gefolgt von Mini (+24 %), Audi (+19 %), Mazda (+17 %) und – Achtung – Honda (+15,5 %). Auch Skoda setzt den Sturmlauf der letzten Monate mit einem Absatzplus von 12,2 Prozent fort.
Wo Marken Marktanteile gewinnen, gibt es an anderer Stelle Verlierer. Zu dieser Gruppe gehört einmal mehr das japanische Fabrikat Mitsubishi mit einem Absatzrückgang vom 50 Prozent. Auch Suzuki (-28 %), Porsche (-26 %), Volvo (-25 %) und Ford (-18 %) gehören im April zu den Verlierern mit nennenswerten Marktanteilen. Auffällig ist der erneute Absatzrückgang bei Cupra und Seat. Das spanische Markenduo verliert 14 Prozent des Vorjahresabsatzes.