Mitsubishi ASX Die Rückkehr der Auto-Klone

Quelle: ampnet

Vor zwei Jahren hatte Mitsubishi angekündigt, sich vom europäischen Markt zurückzuziehen und die Entscheidung dann revidiert. Nun haben die Japaner den neuen ASX auf Basis des Renault Captur enthüllt – die Unterschiede zum Franzosen sind minimal.

Die neue Generation des Mitsubishi ASX entstand in Zusammenarbeit mit Renault.
Die neue Generation des Mitsubishi ASX entstand in Zusammenarbeit mit Renault.
(Bild: Autoren-Union Mobilität / Mitsubishi)

Noch vor zwei Jahren hatte Mitsubishi verkündet, keine neuen Modelle mehr für Europa entwickeln zu wollen. Nun haben die Japaner dennoch ihren neuen ASX erstmals präsentiert.

Mit fast 380.000 abgesetzten Modellen war die erste Generation auf dem hiesigen Kontinent immerhin ein Verkaufsschlager. Die neue Generation entstand in Zusammenarbeit mit Renault und sieht deshalb wohl nicht zufällig einem wohl bekannten Crossover sehr ähnlich.

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Captur-Klon

Mit Badge-Engineering kennt sich Mitsubishi bereits aus. Das Verfahren, baugleiche Fahrzeuge durch Anheften des jeweiligen Markenemblems, die sogenannte „Badge“, als eigene Modelle anzubieten, hat das Unternehmen bereits 2007 angewandt. Damals stellte ihr Bestseller SUV Outlander die technische Vorlage für die PSA-Konzernzwillinge Peugeot 4007 und Citroën C-Crosser.

Drei Jahre später wiederholten sie das Ganze mit dem ersten Serien-Elektroauto I-MiEV, das die Franzosen gut ein Jahr später als Peugeot I-On und Citroën C-Zero vermarkteten. In derselben Art und Weise ist aus der neuen Allianz, die Mitsubishi mit Renault und Nissan eingegangen ist, nun der ASX entstanden.

Mit dem Unterschied, dass diesmal nicht die Japaner das Original stellen, sondern Renault. Aus dem einst eigenständigen Kompakt-SUV ist nun ein Captur-Klon und Crossover geworden.

Zum Verwechseln ähnlich

Und zwar so vollständig, dass kaum noch ein Unterschied zu sehen ist. Karosserie, Abmessungen, Interieur, Motoren und Antriebstechnik – alles ist nahezu eins zu eins vom Captur übernommen. Auch das „unverwechselbare Dynamic-Shield-Frontdesign“ sieht der Kühlermaske des Renaults zum Verwechseln ähnlich. Dabei hatte zumindest Mitsubishi Deutschland immer betont, dass sich die Fahrzeuge klar abgrenzen sollen – optisch und technisch. „Eine Eins-zu-eins-Kopie wollen wir nicht haben“, erklärte Deutschlandchef Werner H. Frey etwa Anfang des Jahres im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Der Unterschied ist freilich, dass an der Front Mitsubishis Logo zu sehen ist und auf der Heckklappe in dicken Lettern der Marken- statt der Modellname prangt. Selbst den schlüssellosen Zugang per Karte, den es bislang in keinem andern Mitsubishi gibt, haben die Japaner von den Franzosen übernommen.

Bereits bekannte Cockpitaufteilung

Auch im Innenraum des 4,23 Meter langen ASX findet sich die aus dem Captur bekannte fahrerorientierte Cockpitaufteilung mit entsprechenden Armaturen und Infotainment-Systemen wieder. Ins Auge fällt auch hier das mittig angebrachte Smartphone Link Display Audio (SDA), das bei Renault Easy Link heißt. Es dient als Hauptschnittstelle zwischen dem Fahrer, den Fahrzeugsystemen und dem Infotainmentsystem.

Das SDA ist serienmäßig im 7-Zoll-Querformat und im 9,3-Zoll-Hochformat mit kabelloser Smartphone-Anbindung erhältlich. Ebenso gibt es das Kombi-Instrument in drei Ausführungen: als analoges Einstiegsmodell mit 4,2-Zoll-Bildschirm, als digitales Fahrer-Display im 7-Zoll-Format und als vollständig personalisierbares 10,25-Zoll-Display, das auch die Navigationsanweisungen wiedergibt.

Verschiedene Antriebsvarianten zur Auswahl

Motoren und Antrieb sind ebenfalls identisch: Der ASX startet wie der Captur mit einem Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 91 PS (67 kW), die über ein 6-Gang-Schaltgetriebe auf die Straße gebracht werden. Darüber rangiert ein 1,3-Liter-Turbo-Vierzylinder-Benziner mit Direkteinspritzung plus Mildhybrid-System mit riemengetriebenem Starter-Generator, der wahlweise 140 PS (103 kW) oder 158 PS (116 kW) entwickelt.

Kunden können hier zwischen einem 6-Gang-Schaltgetriebe und einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (7DCT) wählen. Vollwertige Hybride gibt es dann mit dem 1,6-Liter-Benziner, mit dem Mitsubishi gleich zwei Premieren in Europa feiert: Eine Vollhybridversion HEV mit 143 PS (105 KW), die zwei Elektromotoren mit einem automatischen Multi-Mode-Getriebe kombiniert. Und ein 117 kW (160 PS) starker Plug-in-Hybrid, bei dem die Fahrbatterie 10,5 kWh Strom speichert, mit dem im Mittel knapp 50 Kilometer rein elektrisch zurückgelegt werden können. Der Teilzeitstromer fehlt dem Captur bislang.

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