Tesla US-Hersteller investiert wieder in Grünheide

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Der Elektroauto-Pionier hat zuletzt die Absatzzahlen in Europa wieder deutlich hochgefahren. Nun soll auch die Produktion im deutschen Werk Grünheide nachziehen. Tesla stellt bereits im großen Stil neue Mitarbeiter ein.

Tesla entfacht mit seinem Verhalten derzeit Widerstand aus verschiedenen Richtungen. Nun liegt die Produktion in Grünheide still.(Bild:  Tesla)
Tesla entfacht mit seinem Verhalten derzeit Widerstand aus verschiedenen Richtungen. Nun liegt die Produktion in Grünheide still.
(Bild: Tesla)

Der US-Elektroautobauer Tesla will seine Produktion im deutschen Werk in Grünheide nochmals hochfahren und gegen den Trend weitere 1.000 Mitarbeiter neu einstellen. Das Unternehmen kündigte an, ab Oktober solle mit der Steigerung des Produktionsvolumens um erneut ein Fünftel auf dann 7.500 Fahrzeuge pro Woche begonnen werden. Das habe die Geschäftsführung auf einer Betriebsversammlung bekannt gegeben.

Inklusive der Pläne zur Batteriezellfertigung sollen 3.500 Arbeitsplätze neu entstehen. Zuletzt arbeiteten 10.700 Menschen in dem Werk in Grünheide.

Im April hatte Tesla bereits angekündigt, bis Ende Juni rund 1.000 neue Mitarbeiter im einzigen europäischen Autowerk einzustellen. Ab Juli beginnt nach Unternehmensangaben die Steigerung um ein Fünftel auf 6.200 Fahrzeuge pro Woche. Die Rekrutierung der ersten 1.000 neuen Mitarbeiter wird sich nach Angaben einer Sprecherin noch über den Monat Juli hinziehen.

Rund 700 Mitarbeiter seien bereits eingestellt, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Vor mehr als zwei Jahren arbeiteten bei Tesla in Grünheide rund 12.400 Menschen. Dann sank die Zahl bis zu diesem Jahr auf 10.700. Mit den neuen Plänen wären es in der Autoproduktion 12.700 Mitarbeiter.

Batteriezellfertigung schafft ebenfalls neue Jobs

Der Autobauer plant auch mehr als 1.500 neue Beschäftigte für die Batteriezellfertigung in Grünheide. Knapp 250 Millionen US-Dollar – umgerechnet rund 220 Millionen Euro – will Tesla investieren, um die Voraussetzungen für eine Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr in Grünheide zu schaffen. Auch für diesen Bereich sei die Rekrutierung „in vollem Gange“, sagte die Sprecherin.

„Zusammen mit der Einstellung von 1.500 Mitarbeitenden für den Hochlauf der Batteriezellfertigung sprechen wir von 3.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die kurz- und mittelfristig im Bereich der Fahrzeug- und Batteriefertigung in der Gigafactory Berlin-Brandenburg geschaffen werden“, teilte Tesla mit. Auch rund 500 Leiharbeitnehmer sollten im Laufe des Jahres übernommen werden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht das Werk als Jobmotor und Tesla in Brandenburg „eine Erfolgsgeschichte“.

Trendwende der Verkaufszahlen

Der Elektroauto-Pionier hatte sich zuletzt in Deutschland und Europa vom Absatzeinbruch im Vorjahr erholt. Im Mai wurden 5.111 Teslas in Deutschland zugelassen, das war nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts ein Plus von 322 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit hatte Tesla einen Marktanteil von 2,1 Prozent. Auch in Europa wächst das Fabrikat wieder. Knapp 21.800 Einheiten bedeuteten im Mai einen Marktanteil von 2,3 Prozent – im Gesamtjahr sind es bislang 89.000 Einheiten (1,9 % Marktanteil).

Mit der geplanten Beschäftigungsoffensive könnten die Pläne für einen Ausbau der Produktionskapazität am Standort in Grünheide inklusive des Baus neuer Gebäude näherrücken, die in Warteposition waren. Die Gigafactory Berlin-Brandenburg öffnete im Jahr 2022. Tesla peilte in einer ersten Phase eine Produktion von 500.000 Autos im Jahr an. Diese Zahl sollte mit dem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Mit einer Montage von 7.500 Fahrzeugen pro Woche würde sich für 2026 ein Volumen von rund 375.000 Einheiten ergeben.

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