Gebaut im Staubsaugerwerk Die Zukunft, die niemand wollte

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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E-Mobilität zwischen Vision und Flop: Der Sinclair C5 ist das Objekt des Monats Juni. Zu diesem hat der PS.Speicher in Einbeck den Fahrzeugwinzling aktuell gekührt, und zeigt gleich vier der revolutionären Vehikel.

Auch er, der Sinclair C5, sollte die individuellen, urbanen Verkehr revolutionieren, und auch er scheiterte. Im PS.Speicher in Einbeck sind gleich vier der Kleinstfahrzeuge zu besichtigen.(Bild:  PS.Speicher)
Auch er, der Sinclair C5, sollte die individuellen, urbanen Verkehr revolutionieren, und auch er scheiterte. Im PS.Speicher in Einbeck sind gleich vier der Kleinstfahrzeuge zu besichtigen.
(Bild: PS.Speicher)

Am 5. Juni ist Tag der Umwelt. Dazu passt das „Objekt des Monats“ im PS.Speicher in Einbeck, der Sinclair C5, wie die vielzitierte Faust aufs Auge. Das kleine elektrische Dreirad kam 1985 auf den Markt und sollte als einfache, sparsame Mobilitätsform den Personennahverkehr revolutionieren. Auch wenn das Konzept scheiterte, ist der C5 ein spannender Versuch, Elektromobilität in den 1980er Jahren wieder auf die Straße zu bringen. Er scheint wie ein historischer Vorgriff auf Debatten, die bis heute andauern.

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Die Idee hinter dem Sinclair C5

Hinter dem Projekt stand Sir Clive Sinclair, der zuvor als Elektronik- und Computervisionär ein Vermögen gemacht hatte, bevor er sich der Mobilität widmete. Sein Ziel war ein Fahrzeug einer ganz neuen Klasse, ein „personal mobility device“ für den Nahverkehr: alltagstauglich, günstig, sauber und einfach zu fahren. Seit 1979 tüftelte Sinclair an diesem Fahrzeug. Dafür verkaufte er Teile seiner Firma und investierte Millionen in die Entwicklung des C5.

Eine neue gesetzliche Regelung in Großbritannien gab ihm ab 1983 im Zuge des wachsenden Umweltbewusstseins Rückenwind: Elektrofahrzeuge mit weniger als vier Rädern und einer Höchstgeschwindigkeit von 15 mph dürften ab 14 Jahren ohne Kfz-Steuer, Führerschein oder Versicherung auf die Straße. Sinclair ließ das Fahrgestell bei Lotus entwickeln, die Fertigung des C5 übernahm der Staubsaugerhersteller Hoover in Wales.

Technik zwischen Zukunftsversprechen und Alltag

Der Sinclair C5 ist ein einsitziges Elektrodreirad mit 250-Watt-Motor von Polymotor, einer offenen Kunststoffkarosserie und einer Höchstgeschwindigkeit von 15 mph beziehungsweise rund 24 km/h. Zusätzlich zum Elektromotor besitzt er Pedale, die vor allem beim Anfahren helfen sollen. Laut Betriebsanleitung wird empfohlen, den Start mit Pedalkraft zu unterstützen, um die Kohlebürsten des Motors zu schonen. Als Energiespeicher dient ein 12-Volt-Bleiakku mit 36 Ah, womit eine Reichweite von etwa 20 Meilen beziehungsweise rund 32 Kilometern möglich sein soll.

Marktstart und Scheitern 1985

Die groß angelegte Markteinführung des Sinclair C5 fand am 10. Januar 1985 statt – mitten im Winter. Verschneite Straßen und der fehlende Wetterschutz ließen das Fahrzeug von Anfang an schlecht dastehen. Die Kritik setzte fast sofort ein. Viele hielten den C5 für zu langsam, zu teuer, zu unsicher und zu wenig alltagstauglich. Hinzu kamen Zweifel an Reichweite und Sicherheit sowie Probleme in der Fertigung. Die Presse reagierte entsprechend hart.

In Wales war eine Produktion in großem Umfang vorgesehen, zudem waren weitere Varianten geplant, darunter ein Zweisitzer und ein viersitziges Familienfahrzeug. Der Neupreis lag bei 428 Pfund. Doch schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass das Konzept beim Publikum nicht ankam. Statt der geplanten 100.000 Fahrzeuge verkauften sich bis Ende des Jahres 1985 weniger als 9.000 C5. Schon im August des Jahres musste Sinclair Vehicle die Insolvenz anmelden und die Produktion einstellen.

Der Sinclair C5 in der Sammlung Kleinwagen

In der Sammlung Kleinwagen können Besucher gleich drei Sinclair C5 entdecken. Gedacht waren sie als sichere Alternative zum Moped, als günstigere und sauberere Alternative zum Auto mit Verbrennungsmotor und als schnellere Lösung für kurze Wege als das Fahrrad. Heute stehen sie für den Versuch, urbane Mobilität in den 80er-Jahren elektrisch neu zu denken.

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