Druckmessen bei über 300 km/h

Autor / Redakteur: Klaus Peter Backfisch / Jan Rosenow

Der korrekte Reifendruck erhöht die Fahrsicherheit und senkt den Verbrauch. Darum sind Reifendruck-Kontrollsysteme wie das TSS von Beru so wichtig.

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Es gibt zweifellos Elektronikkomponenten im Auto, auf die man ohne Sicherheits- oder Komforteinbußen locker verzichten könnte – den Regensensor beispielsweise. Reifendruck-Kontrollsysteme (RDKS) dagegen sind sicherheitsrelevant und angesichts der Tatsache, dass viele Autofahrer die Druckkontrolle an ihren Reifen permanent vernachlässigen, auch dringend erforderlich. Bei Autos mit Run-Flat-Reifen ist das RDKS sogar vorgeschrieben.

Direkt messende Systeme erfordern bekanntlich einen relativ hohen Bauaufwand und sind immer noch reichlich teuer (beim Audi A6 beispielsweise 515 Euro brutto). Kernkomponente ist die Radelektronik, meist mit einem Metallventil verbunden. Deren Sensoren erfassen Druck und Temperatur, die an eine Antenne im Radhaus gesendet und von dort an eine Steuer- und Auswerteelektronik weitergeleitet werden. Die Anzeige der Daten erfolgt auf einem Display.

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Warnschwellen und Reaktionszeiten sind variabel; der Erstausrüster legt sie für seine Modelle fest. Das in zahlreichen Premiumfahrzeugen verbaute Tire-Safety-System (TSS) von Beru darf als Topmodell gelten. Die zweite Generation TSS arbeitet im neuen Audi-Sportwagen R8 als optionale Ausstattung. Weitere Abnehmer neben Audi sind Bentley, BMW, Ferrari, Maserati, Maybach, Mercedes-Benz, Porsche, Volkswagen. Sogar etliche Rennwagen fahren nicht mehr ohne Luftdruckwächter – beispielsweise nutzte der mehrfache Le-Mans-Sieger Audi R10 TDI das TSS und selbst in der Formel 1 wird es verwendet. Die hier üblichen Anforderungen und Belastungen, etwa Geschwindigkeiten über 300 km/h, verkraftet die spezielle Systemvariante problemlos.

Nachrüstung einfach möglich

Wichtig für die Werkstatt: Durch die Gehäuseform und die Ventilanbindung über ein Kugelkalotten-Formteil ist es gelungen, mit einem einzigen Modell der Radelektronik und mehreren Ventilausführungen fast alle bekannten Felgenbauarten für Pkw zu bedienen.

Damit wird der Einbau in die Räder unterschiedlicher Hersteller auf dem Nachrüstmarkt möglich und vereinfacht. Gerade bei der jetzt anstehenden Montage von Winterreifen sollte das System mit neuen Radelektroniken für die Winterräder funktionsfähig gehalten werden.

Dr.-Ing. Harald Bochmann, technischer Leiter der Beru Electronics GmbH in Bretten, hält vor allem die kommende dritte Generation von TSS (voraussichtlich ab 2009) für den entscheidenden Schritt zu noch stärkerer Akzeptanz. Diese Entwicklungsstufe soll die Anzahl der Systemkomponenten reduzieren und enthält nur noch einen zentralen Signalempfänger mit integriertem Steuergerät sowie die vier Radelektroniken.

Zehn Jahre haltbar

Die Position der Räder erkennt das System anhand des Drehrichtungssignals und der Bewegungsinformation des Fahrzeugs. Es vergleicht zudem die HF-Empfangspegel, die je nach Entfernung vom Sender unterschiedlich sind. Deswegen installiert man den Empfänger vorn oder hinten im Fahrzeug.

Die Batterien der Radelektroniken sollen etwa zehn Jahre halten. Inzwischen wurden auch Konzepte entwickelt, die ohne Batterie in der Radelektronik auskommen. Auch mit der Integration der Elektronik in den Reifen selbst befassen sich die Beru-Ingenieure. Bis zur Serienreife dieser vielversprechenden Entwicklung dürften allerdings noch einige Jahre ins Land gehen. Die RDKS-Zukunft jedenfalls heißt insbesondere beim Beru TSS: kompakter, preisgünstiger und batterielos.

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