V2L-Funktion im Praxistest E-Autos als rollende Steckdose

Von sp-x 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Elektrogrill, Bohrmaschine oder Kühlschrank: Viele E-Autos liefern inzwischen Strom für externe Geräte. Ein ADAC-Test mit sechs Stromern zeigt, wie zuverlässig die V2L-Systeme arbeiten.

Mit einem einfacher Adapter lässt sich aus mittlerweile vielen E-Autos echter Steckdosenstrom entnehmen.(Bild:  SP-X/Mario Hommen)
Mit einem einfacher Adapter lässt sich aus mittlerweile vielen E-Autos echter Steckdosenstrom entnehmen.
(Bild: SP-X/Mario Hommen)

Viele der zuletzt neu auf den Markt gekommenen Elektroautos bieten die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), mit der sich externe Elektrogeräte direkt aus der Fahrzeugbatterie mit Strom versorgen lassen. Gerade beim Camping, auf Baustellen oder bei Freizeitaktivitäten ohne Stromanschluss in der Nähe wäre die Funktion praktisch. Der ADAC hat nun sechs E-Modelle mit V2L-Funktion getestet. Das Ergebnis fällt insgesamt positiv aus, offenbart aber auch einige Unterschiede und Schwächen im Detail.

Deutliche Unterschiede zeigten sich bei der maximalen Leistungsabgabe. Sie reichte je nach Modell von 2,2 kW beim MG 4 bis zu kurzzeitig 7,2 kW bei einem BMW. Hohe Spitzenleistungen sind vor allem dann von Vorteil, wenn Geräte mit hohem Anlaufstrom betrieben werden sollen, etwa Elektrowerkzeuge. Im Dauerbetrieb lag die abrufbare Leistung bei allen Testfahrzeugen allerdings bei maximal 3,7 kW. Die Stromabgabe erfolgte durchweg über einen Adapter an der Ladebuchse. Im Kurzschlusstest unterbrachen alle Probanden die Stromversorgung zuverlässig und damit vorbildlich.

Kritik übte der ADAC unter anderem an der Bedienung. So erlaubt derzeit kein Hersteller die Nutzung der V2L-Funktion bei Regen, obwohl die Adapter grundsätzlich für den Außeneinsatz ausgelegt sind. Zudem sei nicht immer eindeutig erkennbar, ob die Funktion über das Fahrzeugmenü oder direkt am Adapter aktiviert werden muss. Ein weiterer Kritikpunkt, ist die teilweise fehlende Verriegelung des Adapter, sobald er am Fahrzeug angeschlossen wird. Vereinzelt kann man sogar während der Stromversorgung den Adapter abziehen.

Teilweise sorgten auch wenig aussagekräftige Fehlermeldungen für Verwirrung. So wurde etwa die Aufforderung angezeigt, den Onboard-Lader zu prüfen, obwohl dort gar kein Defekt vorlag. Der Automobilclub empfiehlt daher, sich bereits vor dem ersten Einsatz mit der Funktionsweise des Systems vertraut zu machen.

Darüber hinaus weist der ADAC auf einen nicht zu unterschätzenden Eigenverbrauch hin. Da für den V2L-Betrieb Bordelektronik und Onboard-Lader aktiv bleiben müssen, werden je nach Fahrzeug bis zu 500 Watt zusätzliche Leistung benötigt. Wird ein Verbraucher über längere Zeit angeschlossen, kann dies die Reichweite spürbar reduzieren.

(ID:50875476)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung