E-Autos: Jeder zweite denkt an Tesla

Autor: Jakob Schreiner

Die deutschen Premiumfabrikate sind als E-Auto-Hersteller noch nicht in den Köpfen der Kunden verankert: Nach Tesla kommt lange nichts. Auch für den Handel identifiziert die aktuelle Trend-Tacho-Umfrage eine klare Aufgabe.

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Tesla ist mit Abstand die bekannteste Marke für Autos mit Elektroantrieb.
Tesla ist mit Abstand die bekannteste Marke für Autos mit Elektroantrieb.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der US-amerikanische Autobauer Tesla ist die bekannteste E-Auto-Marke und baut seine Position weiter aus. 52 Prozent der Autofahrer denken im Zusammenhang mit Fahrzeugen mit Elektroantrieb zuerst an Tesla. Das sind neun Prozent mehr als bei einer früheren Befragung. Das hat die aktuelle Trend-Tacho-Studie ergeben, die die Fachzeitschrift »kfz-betrieb« und die Sachverständigenorganisation KÜS in Auftrag gegeben haben.

Mit jeweils 22 Prozent hinken die beiden deutschen Autobauer BMW und VW im Ranking deutlich hinterher. Immerhin konnten aber die beiden Marken ihr Image als E-Auto-Hersteller etwas aufpolieren und dafür mehr Bekanntheit gewinnen. Das gelang ebenfalls Audi und Mercedes mit besseren Werten als im Vorjahr.

Auch in Sachen Hybridantrieb haben die deutschen Hersteller gegenüber einem ausländischen Konkurrenten das Nachsehen. 35 Prozent der Befragten nennen hier zunächst den japanischen Autobauer Toyota, dann VW und schließlich BMW. Während VW fünf Prozentpunkte gutmachen konnte, verloren die Münchner zwei. Audi und Mercedes blieben konstant bei neun beziehungsweise acht Prozent. Das Ranking ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Fünf Prozent der Befragten bringen, wenn sie „Hybridantrieb“ hören, diesen in Verbindung mit Tesla. Dabei hat die Firma überhaupt kein entsprechendes Modell im Angebot.

An anderen Stellen offenbart die Studie ebenfalls eine gewisse Unwissenheit und sogar Skepsis der Autofahrer gegenüber neuen Technologien. Nur etwa jeder zehnte Autofahrer hat im Rahmen einer Probefahrt Erfahrungen mit Stromern gemacht – egal ob aus Ressentiment oder wegen fehlender Angebote: hier hat der Handel einen wichtigen Hebel. Über die Hälfte hält den reinen Elektroantrieb nicht für die umweltfreundlichste Technologie und rund ein Drittel hat aufgrund der Horrormeldungen über E-Auto-Brände Angst vor einer Fahrt mit ihnen. Mangelnde Reichweite sowie der hohe Preis sind nach wie vor die häufigsten Kaufhindernisse.

Etwas aufgeschlossener sind die Befragten gegenüber den Hybriden. Mit ihnen hat etwa jeder fünfte Autofahrer als Fahrer oder Beifahrer schon Erfahrungen gesammelt. Mehr als jeder zweite Pkw-Fahrer hält den Hybridantrieb für eine sinnvolle Zukunftstechnologie bei Autos und wünscht sich ein größeres Produktangebot.

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 Jakob Schreiner

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Fachredakteur Ressort Service & Technik