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E-Go beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Autor: Andreas Grimm

Der Hersteller von elektrischen Kleinwagen hatte bereits Absatzprobleme, die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen E-Go daher besonders hart. Mithilfe des sogenannten Schutzschirmverfahrens sucht der Hersteller nun eine Zukunft.

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Der E-Kleinwagen E-Go Life ist bislang nicht richtig ins Laufen gekommen. Jetzt führt Corona den Hersteller endgültig in die Krise.
Der E-Kleinwagen E-Go Life ist bislang nicht richtig ins Laufen gekommen. Jetzt führt Corona den Hersteller endgültig in die Krise.
(Bild: E-Go Mobile)

Der Aachener Elektro-Autobauer E-Go hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt – das so genannte Schutzschirmverfahren. Das Amtsgericht Aachen hat dem Antrag nach Angaben von E-Go stattgegeben und den Fachanwalt Biner Bähr von der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Laut der Mitteilung vom Donnerstag will E-Go die bisherigen Pläne eines Wachstums weiterverfolgen. „E-Go Mobile erwartet bereits 2021 einen positiven operativen Cash-Flow und rechnet zusätzlich ab dem zweiten Halbjahr 2020 mit ersten Erträgen aus einem CO2-Zertifikate Pool“, heißt es darin. Um die Ziele zu erreichen, ergänzt Paul Fink von der auf Restrukturierung und Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei FRH als Generalbevollmächtigter den bisherigen Vorstand.

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Das Schutzschirmverfahren bewahrt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen unter Aufsicht selbstständig sanieren. E-Go befinde sich zum wiederholten Mal in einer „Herausforderung von außen“, sagte Unternehmensgründer Günther Schuh. Die Corona-Pandemie habe zur Unterbrechung des Verkaufs und der Supply-Chains in der Autoindustrie sowie zum Wegbrechen des Kapitalmarktes geführt.

Wegen des Virus steht laut Unternehmensangaben bei E-Go seit dem 23. März die Produktion still. „Ob wir die Produktion nach dem ominösen 20. April wieder ganz normal hochfahren können, wissen wir noch nicht“, sagte Schuh. Bereits zuvor hatte E-Go mit Widrigkeiten zu kämpfen wie der Umweltprämie für E-Autos. Sie habe einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil des Unternehmens, den Preis von E-Autos, vernichtet, da der Aachener Hersteller keine Mittel habe, seine Autos 3.000 Euro billiger zu vermarkten (das ist der Prämienanteil der Hersteller).

Gegenüber der „Aachener Zeitung“ (Freitag) äußerte sich Schuh optimistisch, dass der kleine Autobauer stärker denn je aus dieser Phase herauskommen wird“. Man wolle die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord behalten und hoffe, „dass uns unsere Kunden und unsere Lieferanten auch während dieser Eigenverwaltungsphase die Treue halten“, heißt es zudem in der Unternehmensmitteilung.

Allerdings hatte E-Go auch vor der Krise nicht unbedingt mit Erfolgsmeldungen geglänzt und 2019 die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht. Man habe in dem Jahr 540 Autos verkauft, hatte das Unternehmen im Januar berichtet. Ursprünglich sollten es sogar 1.000 Einheiten werden. Schon bei der Vorlage der Bilanz war klar gewesen, dass das Unternehmen frische Geldmittel benötigt. Zudem fiel Anfang März die Vorstellung neuer Modelle in Genf wegen der Absage des Autosalons in Wasser.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«