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E-Scooter-Hype könnte Strohfeuer werden

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Für Fachleute soll der E-Scooter wahlweise die Verkehrswende bringen oder sogar im Autohaus Zusatzgeschäfte generieren. Beides ist nach den Ergebnissen einer Gfk-Studie fraglich. Als Freizeit-Gerät taugt er freilich schon.

E-Scooter sind derzeit hip, ob das so bleibt, ist längst nicht sicher.
E-Scooter sind derzeit hip, ob das so bleibt, ist längst nicht sicher.
(Bild: BMW)

Sie stehen, liegen und rollen an jeder Ecke: E-Scooter, elektrobetriebene Tretroller, gelten als die Shootings-Stars des innerstädtischen Verkehrs in Deutschland. Doch eine Umfrage des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK ergab nun: 70 Prozent der Deutschen haben noch kein Interesse an dem neuen und in Deutschland erst seit Juni zugelassenen Fortbewegungsmittel.

Nur fünf Prozent der mehr als 1.000 für die Studie befragten Männer und Frauen hätten bis Anfang Juli schon einen E-Scooter getestet – meist zum Freizeitvergnügen und bisher weniger als Alternative für andere Verkehrsmittel. 25 Prozent würden ein solches Gerät gerne mal ausprobieren – einerseits, um eine umweltbewusste Fortbewegungsmöglichkeit in der Stadt zu testen, andererseits, um den neuen Trend nicht zu verpassen, wie die Befragten als Hauptgründe angaben.

Die GfK-Mobilitäts-Expertin Ines Melzer kann noch keine verlässlichen Aussagen darüber treffen, ob der Trend in Zukunft größer wird. „Wie nachhaltig das Interesse ist und inwiefern E-Scooter einen Beitrag zur Mikromobilität im urbanen Raum leisten können, lässt sich derzeit noch nicht abschließend bewerten“, sagte sie.

E-Scooter sind in vielen Städten umstritten, weil sie überall abgestellt werden können und somit häufig auch zum Hindernis werden können, etwa für Menschen mit Behinderung auf Gehwegen. Überwachungsorganisationen und Versicherungen warnen daher immer wieder potenzielle Käufer, sich über die Regeln für E-Scooter Gedanken zu machen.

Fakt ist, dass die E-Scooter nicht überall für Begeisterung sorgen. In einer Online-Umfrage der der Ratgeberplattform für E-Roller und E-Scooter ScooterExperten.de äußerte sich jeder dritte Teilnehmer besorgt über das Fortbewegungsmittel. 36 Prozent gaben an, vor dem E-Scooter Angst im Straßenverkehr zu haben. Damit stehen sie dem Gerät sorgenvoller gegenüber als dem Auto. Für mehr als 50 Prozent der Befragten sind die Scooter-Fahrer auch zu schnell unterwegs.

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