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E-Up und E-Golf kosten VW bis zu 5.000 Euro pro verkauftem Auto

| Autor: Christoph Seyerlein

Volkswagens derzeitige Elektroautos E-Golf und E-Up sind gefragt. Was zunächst gut klingt, ist allerdings ein teuer erkaufter Erfolg. Denn die Modelle sind für den Konzern ein enormes Draufzahlgeschäft. Ändern soll sich alles mit der neuen Elektro-Plattform.

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Zwischen Januar und Juni 2020 kam der E-Up in Deutschland auf 3.043 Neuzulassungen.
Zwischen Januar und Juni 2020 kam der E-Up in Deutschland auf 3.043 Neuzulassungen.
(Bild: Volkswagen)

Mit seinem neuen Elektro-Baukasten MEB will Volkswagen die Elektromobilität zu einem profitablen Geschäftsfeld für sich machen. Wie notwendig das ist, untermauerte Konzernchef Herbert Diess kürzlich in einer Rede vor Topmanagern des Autobauers.

Laut Gesprächsprotokoll, aus dem der „Business Insider“ zitiert, sagte Diess: „Mit den Elektrofahrzeugen, die wir heute haben, auf der Golfplattform, auf MQB, oder auf der PQ-Plattform mit dem Up, haben wir negative Deckungsbeiträge – beim Up rund 4.000 bis 5.000 Euro.“ Das bedeute, dass jeder verkaufte Up den Konzern „mehr als das Doppelte der Strafzahlungen, um die CO2-Ziele zu erreichen“ koste, so Diess mit Blick auf die CO2-Vorgaben der EU weiter. Für den E-Golf gelte „nahezu das Gleiche“.

ID 3 als Startschuss der VW-E-Offensive

Ändern soll das der MEB, den Volkswagen mit dem ID 3 in diesem Jahr einführt. „Schon mit den ersten Fahrzeugen der MEB-Plattform werden wir positive Deckungsbeiträge erreichen“, sagte Diess laut Protokoll. Der ID 3 soll im September in Deutschland starten und den Startschuss zur groß angekündigten E-Offensive des Konzerns setzen.

Diesen Weg bekräftigte kürzlich auch der neue VW-Markenchef Ralf Brandstätter noch einmal gegenüber »kfz-betrieb«. „Die Zukunft von Volkswagen ist und bleibt elektrisch“, betonte er.

E-Golf war im ersten Halbjahr Elektro-Bestseller in Deutschland

Volkswagens bisherige Elektro-Modelle E-Golf und E-Up stehen dagegen noch auf den Plattformen der Verbrenner-Derivate. Die Batterie muss so per Handarbeit ins Auto eingebaut werden. Das sorgt für enorme Produktionskosten.

Teuer wird es für VW auch, da die Modelle sich für Elektro-Verhältnisse großer Beliebtheit erfreuen. Der E-Golf war in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 mit 7.320 Neuzulassungen der absolute Bestseller unter allen Stromern hierzulande. Die gesamte Produktion, die noch bis in den November läuft, ist bereits ausverkauft. Und auch der E-Up kommt gut an: Er brachte es im ersten Halbjahr auf 3.043 Neuzulassungen. Der Handel klagt immer wieder über lange Lieferzeiten für das Modell.

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