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Neuer Markenchef Brandstätter sieht VW „aus drei Gründen“ auf dem richtigen Weg

| Autor: Christoph Seyerlein

Als neuer CEO trägt Ralf Brandstätter seit 1. Juli die Verantwortung für Volkswagen Pkw. In einer Videobotschaft äußerte er sich zu seinen Vorhaben und erklärte, warum er trotz mancher Probleme bei den Wolfsburgern optimistisch in die Zukunft blickt.

(Bild: Volkswagen)

Vor einer Woche hat Ralf Brandstätter seinen neuen Posten als CEO von Volkswagen Pkw angetreten. Zum Start wendete sich der Manager in einer Videobotschaft an die Belegschaft und stimmte diese auf seine Vorhaben ein. Die Corona-Krise verlangt auch dem Autobauer viel ab. Viele Produktionsstätten hatten zeitweise komplett stillgestanden, mittlerweile laufen die Fabriken wieder – allerdings nicht unter Volllast.

Brandstätter sagte deshalb: „Wir müssen Kunden davon überzeugen, jetzt einen Volkswagen zu kaufen. Nur dann kann die Produktion zu voller Kapazität zurückkehren.“ Gleichzeitig müsse der Hersteller mehr denn je auf seine Kosten achten. „Unsere Liquidität hat höchste Priorität. Das erfordert von uns strikte Kostendisziplin. Wir müssen alle Ausgaben doppelt auf ihre Notwendigkeit prüfen“, so Brandstätter.

Er sei trotz der herausfordernden Zeiten „aus drei Gründen optimistisch“, dass sich VW auf dem richtigen Weg befinde, erklärte der CEO. Erstens habe Volkswagen einen „starken Plan“, an dem auch er als neuer Chef festhalte. „Wir werden alles tun, was wir können, um die Elektromobilität und die Digitalisierung voranzutreiben“, sagte Brandstätter.

„Die Zukunft von Volkswagen ist und bleibt elektrisch“

Damit reagierte er auch auf einen Bericht der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“, der gewisse Zweifel daran schürte, ob der Autobauer an seiner stark auf Elektromobilität ausgerichteten Strategie festhält. Gegenüber »kfz-betrieb« schrieb Brandstätter in einem Kommentar auf dem Karrierenetzwerk Linkedin wörtlich:

„Die Zukunft von Volkswagen ist und bleibt elektrisch! Das Unternehmen, Dr. Diess und ich selbst haben immer gesagt, dass Volkswagen bis circa 2040 in Europa Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor anbieten wird. Im Gespräch mit der Auto, Motor & Sport-Redaktion habe ich lediglich gesagt, dass wir noch sehr lange Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben anbieten werden – was dem Zeitrahmen bis 2040 in keiner Weise widerspricht. 2026 startet voraussichtlich die Entwicklung der letzten Verbrennungsplattform. In den kommenden Jahren werden wir unser Angebot an elektrisch betriebenen mit aller Kraft vorantreiben. Bereits in diesem Jahr bringen wir den ID.3 und den ID.4 auf die Straße. Insofern gibt es weder eine „Relativierung“ noch eine Änderung der Strategie von Volkswagen. Wir halten an unserem Kurs fest.“

Dazu passt auch Brandstätters zweiter Grund zum Optimismus: der ID 3. Das Auto startet im September und ist Volkswagen großer Elektro-Hoffnungsträger. Jetzt gelte es für den Hersteller, noch „die letzte Meile zu gehen“, sagte der Chef.

Hoffen auf den Golf

Als dritten Faktor für seine Zuversicht nannte Ralf Brandstätter die „starken Produkte“ der Marke. In Europa setzt der Manager unter anderem auf den neuen Golf, der bislang überhaupt nicht in die Gänge kommt. Der Marktstart war von mehreren Problemen gezeichnet. Aufgrund von Softwareproblemen hatte VW zeitweise sogar den Verkauf des Fahrzeugs stoppen müssen. Der entsprechende Rückruf läuft.

Auch das hat dazu beigetragen, dass der Golf 8 beispielsweise in Deutschland bislang schwache Absatzzahlen hinlegt. VW/Audi-Partnerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp hatte kürzlich von einer „Kaufzurückhaltung, die wir bei dem Brot-und-Butter-Modell von Volkswagen bislang noch nicht erlebt haben“ gesprochen. Per Juni lagen die Golf-Neuzulassungen satte 43 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums. Und das, obwohl damals noch die Vorgängergeneration verkauft wurde.

Brandstätter zeigte sich vom Golf 8 dennoch überzeugt. Dieser gewinne „Vergleichstest um Vergleichstest“ und setze technologische Standards. In den kommenden Wochen und Monaten will Volkswagen weitere Derivate des Modells einführen, beispielsweise GTI, GTE und GTD. Der neue VW-Chef gab sich deshalb selbstbewusst: „Der neue Golf wird uns noch viel Freude bereiten.“

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