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Ein schnittiges Coupé für Skoda

| Autor / Redakteur: sp-x/gr / Andreas Grimm

Der tschechische Autobauer arbeitet am Ausbau des Modellangebots. Ein Coupé war bisher jedoch nicht in Sicht. Wie es aussehen könnte, zeigt nun ein Projekt des Skoda-Nachwuchses.

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Schnittige Linien und Tuning-Elemente: Auf Basis eines Rapid Spaceback haben Skoda-Azubis ein Coupé entwickelt.
Schnittige Linien und Tuning-Elemente: Auf Basis eines Rapid Spaceback haben Skoda-Azubis ein Coupé entwickelt.
( Skoda)

Skoda ist seit Jahren auf Wachstumskurs, das Selbstbewusstsein der VW-Konzerntochter steigt – und das schlägt sich häufig in entsprechenden Produkten nieder. Ein sportliches Coupé könnte dies beispielsweise sein, offiziell ist es angesichts des SUV-Kurses nicht in Sicht. Wie ein schnittiger Zweitürer im Produktportfolio der Tschechen aussehen könnte, haben nun Nachwuchskräfte des Autobauers demonstriert. Doch das Coupé Atero bleibt aus jetziger Sicht wohl ein Einzelstück. Dabei basiert es auf dem Rapid – jenes Modell der Tschechen, das ein wenig Emotion als Absatzhilfe gut gebrauchen könnte.

Der Azubi-Car Atero ist das dritte Projekt der Skoda-Azubis im Stammwerk Mlada Boleslav, die bereits das Kompakt-Cabrio Citijet und den Pick-up Funstar entwickelt haben. Wie bei den beiden Einzelstücken zuvor ist das Projekt als Motivationsstütze für die angehenden Mitarbeiter gedacht, trotzdem ist der Zweitürer auf Basis des Kompaktmodells Rapid Spaceback komplett fahrfähig. Mit der Coupé-Version des sonst eher schlichten Rapid Spacebacks setzten die jungen Nachwuchs-Ingenieure, -Designern und -Entwickler übrigens auf Tradition: Schon 1985 gab es ein Rapid Coupé.

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Für das Produkt gab es Anerkennung von ganz oben: Der Skoda-Vorsitzende Bernhard Maier ließ sich den Atero persönlich vorführen und lobte ihn als „ein außergewöhnliches Auto“, das zeige, wie groß das technische und handwerkliche Know-how der Azubis sei.

Für das Azubi-Car III haben die Lehrlinge die B-Säulen des 4,30 Meter langen Rapids um zehn Zentimeter nach hinten versetzt und die Vordertüren entsprechend in die Länge gestreckt; die hinteren Einstiege entfielen. Dazu kam ein großes Glasdach, das sich über den Köpfen der Fondpassagiere erstreckt und deutlich flacher als sonst verläuft. Alle Scheiben des Atero sind allerdings aus Plexiglas, entsprechend dimensionierte Glasfenster gab das Skoda-Regal nicht her. Der Nachtteil: Die Fensterheber funktionieren nicht.

Showcar mit Tuning-Elementen

Für den Antrieb sorgt ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 92 kW/125 PS, für Showeffekte gelochte Bremsscheiben und ein Heckspoiler. Neu sind die Auspuffanlage (vom Octavia RS), die Heckschürze und die Kofferraumklappe, rote LED-Akzente in den Scheinwerfern und ebenfalls rot beleuchtete Lufteinlässe auf der Motorhaube. Und auch innen geht es mit rot-schwarzen Sitzbezügen und Dekorelementen sportlich zu.

Die Qualität ist fast auf Serienniveau. Zwar würde Konzernpatriarch Ferdinand Piëch wohl das eine oder andere Spaltmaß bemängeln, doch haben sich die Azubis ordentlich ins Zeug gelegt. Rund 1.700 Stunden Arbeit stecken im Skoda Atero. Ehrenamtlich sozusagen, denn freigestellt wurden die Nachwuchskräfte für ihre Arbeit nicht. Das merkt man auch beim Fahren: Wer eine klapprige, auf die Schnelle zusammengezimmerte Karosserie erwartet, wird angenehm überrascht. Der Atero präsentiert sich genauso solide wie jeder Serien-Rapid und rollt mit seinen 18-Zöllern zitterfrei über die Straße; auch etwas flottere Kurven machen dem Tschechen nichts aus.

Coupé-typische Praxisprobleme

Wie in jedem Coupé sitzt man allerdings auch im Atero nur in der ersten Reihe gut. Zwar haben die Azubis umklappbare Sitze eingebaut – die braucht der sonst viertürige Rapid ja nicht –, doch ist der Zugang zur Rückbank schon recht schwierig. Auf das Gepäck hat der Nachwuchs ebenfalls weniger geachtet. Der sonst 415 Liter große Kofferraum des Rapids musste einen Großteil seines Platzes einer Soundanlage überlassen, die jedem Heimkino Genüge tun würde. 14 Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von 1.800 Watt sorgen für den richtigen Klang.

Gegenüber seinen Vorgängern, dem Cabrio und dem Pick-up, hat das Coupé die größte Ähnlichkeit mit einem Serienfahrzeug – und würde die Produktpalette der Tschechen auf jeden Fall bereichern. Dass der kompakte Rapid aber bald als schnittiger Zweitürer in den Schauräumen der Händler steht, bleibt aber eher ein Wunschtraum. Zwar will Skoda offiziell damit auch die Reaktion der Kunden testen, doch wird er wohl wie Citijet und Funstar nach einigen öffentlichen Auftritten im Foyer der Skoda-Akademie enden.

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