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Emil Frey kauft Mercedes-Niederlassung Mainfranken

| Autor: Wolfgang Michel

Die Emil-Frey-Gruppe hat am Dienstag den Kaufvertrag für die Niederlassung Mainfranken unterschrieben. Damit sichert sich das Unternehmen ein Filetstück des Hersteller-Netzes.

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(Foto: Michel)

Mit der Niederlassung Mainfranken (Würzburg/Schweinfurt) ist am Dienstag die letzte noch zum Verkauf stehende Mercedes-Benz-Niederlassung weggegangen. Der Käufer ist kein Unbekannter: Erst im November erwarb die Emil-Frey-Gruppe die Niederlassung Kassel/Göttingen mit insgesamt drei Standorten. Künftig gehört auch die Niederlassung Mainfranken zum Portfolio der deutschlandweit agierenden Mehrmarken-Autohausgruppe. Konkret übernimmt das Unternehmen vier von fünf Standorten der Niederlassung Mainfranken. Davon befinden sich zwei in Würzburg und einer jeweils in Schweinfurt und Gerolzhofen. Einzig das im Jahr 1999 eröffnete Nutzfahrzeugzentrum am „Wöllrieder Hof“ in Würzburg verbleibt bei der Daimler AG.

Freuen darf sich die Emil-Frey-Gruppe über den zum Jahresanfang neu eröffneten Pkw- und Nutzfahrzeugstandort in Schweinfurt. Die Niederlassung Schweinfurt zählt laut Konzernangaben zu den modernsten Mercedes-Benz-Autohäusern der Welt. Dennoch entsteht durch die neuen Eigentumsverhältnisse im Nutzfahrzeuggeschäft (Vertrieb und Service) eine bisher nicht dagewesene Wettbewerbssituation. Denn zwischen dem künftigen Nfz-Standort der Emil-Frey-Gruppe in Schweinfurt und der Nfz-Niederlassung der Daimler AG in Würzburg liegen lediglich rund 40 Kilometer.

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Unabhängig davon gelangt mit der Niederlassung Mainfranken ein Filetstück in die Hände und damit unternehmerischen Geschicke der Emil-Frey-Gruppe. Mit jährlich rund 5.000 verkauften Neu- und Gebrauchtwagen hat sich die Emil-Frey-Gruppe die absatzstärkste Niederlassung aller zum Verkauf ausgeschriebenen Betriebe gesichert. Derzeit sind rund 300 Mitarbeiter bei der Niederlassung Mainfranken beschäftigt.

Insgesamt 63 Standorte veräußert

Mit dem Verkauf der Niederlassung Mainfranken hat sich die Daimler AG wie geplant innerhalb eines Jahres von 63 eigenen Standorten getrennt. Allein Stern Auto, eine Tochtergesellschaft der chinesischen Handelsgruppe Lei Shing Hong, übernahm sämtliche zum Verkauf stehenden Niederlassungen in Ostdeutschland. Die Schweizer Kestenholz-Gruppe hat sich die Standorte Freiburg und Bad Säckingen gesichert.

Das restliche Stück vom Niederlassungskuchen wurde unter den inländischen Mercedes-Benz-Vertretern Beresa (Niederlassung Ostwestfalen-Lippe), Herbrand (Niederlassung Krefeld/ Niederlassung Mönchengladbach), Hirschvogel-Schreiner-Wöllenstein (Niederlassung Regensburg), KBM (Taunus Auto/Wiesbaden), Kunzmann (Niederlassung Fulda), Riess (Niederlassung Ravensburg), Rosier (Niederlassung Braunschweig), Senger (Niederlassung Emden/Aurich), Süverkrüp (Niederlassung Ostsee), Torpedo-Garage (Niederlassung Saarbrücken) und Wackenhut (Niederlassung Baden-Baden) verteilt. Die Niederlassung Koblenz ging an die neu gegründete Lyhs und Gondert GmbH.

Integration Tausender neuer Mitarbeiter

2016 werden die neuen Eigner zusammen rund 20.000 neue und zirka 30.000 gebrauchte Pkw-Verkäufe zusätzlich tätigen sowie rund 10.000 neue und 4.000 gebrauchte Transporter mehr als 2015 verkaufen. Hinzu kommen rund 2.500 neue Lkw – aber vor allem auch Tausende neuer Mitarbeiter, die es zu intergieren gilt. Nur wenn die Eingliederung der ehemaligen Konzernstandorte überall gelingt und am Ende die Mercedes-Sterne mehr denn je strahlen, zahlt sich der Niederlassungsverkauf für Kunden, Hersteller, Händler und deren Mitarbeiter aus. Erst in den kommenden Jahren wird sich zeigen, an welchen ehemaligen Niederlassungsstandorten die Mercedes-Lichter an bleiben beziehungsweise wo die Sterne erlöschen.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«