Erfolgreich mit Social-Media-Marketing

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Mit Twitter Interesse für Angebote wecken

Twitter sehen viele Social-Media-Experten als ideale Plattform, um durch knackige Kurzbotschaften, sogenannte Tweets, Interesse für ein bestimmtes Thema oder Angebot zu wecken und so neue „Follower“ beziehungsweise Kontakte zu generieren. Die Beschränkung auf 140 Zeichen lässt keinen großen Spielraum und verleiht Twitter eher die Funktion eines Informationsverbreitungskanals, ähnlich einer Nachrichtenagentur.

Mehr Information, weniger Werbung

Ein Autohaus kann aber beispielsweise einen Link in Twitter auf die eigene Homepage oder auf die Facebook-Seite setzen, um auf eine besonders spannende Aktion aufmerksam zu machen. Doch auch hier gilt Vorsicht: Ist die Werbeabsicht zu eindeutig und ist der Tweet völlig irrelevant, ist der Kontakt mit einem Mausklick weg.

Will ein Autohaus mit originellen Videos auf sich aufmerksam machen, ist Youtube die richtige Plattform dafür.

Einige Autohändler machen das bereits. Sehr aktiv in diesem Bereich ist das Bielefelder Mazda- und Kia-Autohaus Lenz. Geschäftsführer Frank Lenz lässt die Filme, in denen er beispielsweise die Vorteile der eigenen Kundenkarte verdeutlicht, von einer Produktionsfirma produzieren. Sie laufen auf Bildschirmen im Autohaus, auf dem eigenen Onlinefernsehkanal www.lenz.tv und auf Youtube.

Mit Facebook Kunden binden

Facebook hält Prof. Klemens Skibicki, Direktor des deutschen Instituts für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI), für die ideale Plattform, um Kundenbeziehungsmanagement zu betreiben. Schließlich sei das die primäre Intention dieser Plattform. „Facebook funktioniert im Grunde wie eine riesige Gartenparty“, erklärt Prof. Skibicki. „Um Facebook erfolgreich als Kundenbindungsinstrument einsetzen zu können, muss man in erster Linie zuhören können, interessant sein, freundschaftlich sprechen und begeistern“, bemerkt er.

Auf neuer persönlicher Ebene

Ein ganz entscheidender Unterschied zu Twitter ist, dass Facebook nicht themen-, sondern personengebunden ist. „Facebook ist eine riesige Gemeinschaft, die von einer geteilten Leidenschaft und von einer gemeinsamen Identität zusammengehalten wird“, unterstreicht Alexander Holl, Geschäftsführer der Onlinemarketingagentur 121 Watt. Die Plattform sei ideal, um beispielsweise ein Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und den einzelnen Mitarbeitern – vom Verkauf und Service bis hin zum Geschäftsführer – aufzubauen. Diese persönliche Ebene birgt allerdings auch Risiken, und zwar dann, wenn ein Verkäufer das Unternehmen verlässt und die geknüpften Kontakte mitnimmt.

Autohäusern, die testen wollen, ob Facebook für sie überhaupt der richtige Kanal ist, um ihre Kunden zu erreichen, rät Holl, Facebook-Advertising zu testen.

Empfehlungen immer wichtiger

Prof. Skibicki bedauert, dass viele Autohäuser nach wie vor die zunehmende Bedeutung des Empfehlungsprinzips unterschätzen: „Wenn ich eine zuverlässige Werkstatt suche, frage ich meine Kontakte im Social-Media-Netzwerk. Mit einem Klick erreicht meine Anfrage mehrere Hundert Menschen, von deren Erfahrungen ich profitieren kann.“

Ein Unternehmen sollte daher kontinuierlich die eigene Onlinereputation überwachen. Ein profundes Social-Media-Monitoring ist allerdings sehr komplex, mahnt Alexander Holl. „Professionell betrieben, beinhaltet es unter anderem die Social-Media-Erwähnungen, die Blog-Kommentare, das Suchmaschinenranking, die Zahl der Twitterer und Blogger, die über das Autohaus berichten, und vieles mehr.“

Zeitaufwand für Social Media

„Mir fehlen Zeit und Personal“, ist ein beliebtes Argument, das Autohäuser gegen Social Media vorbringen. Während Norbert Schuster der Meinung ist, dass ein Autohaus mindestens einen halben Arbeitstag pro Woche für dieses Thema veranschlagen sollte, ist Prof. Skibicki der Meinung, dass man schon mit wenigen Minuten täglich viel erreichen kann. Er rät den Autohäusern, ihre komplette Marketingstrategie auf den Prüfstand zu stellen und frei gewordenen Kapazitäten in soziale Medien zu investieren.

In einem sind sich die Social-Media-Experten einig: Das Thema muss fest in den Unternehmensstrukturen verankert werden. Während Xing nach Meinung von Schuster beispielsweise im Vertrieb anzusiedeln ist, gehört Facebook ins Marketing.

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