Piëch Automotive Erster Prototyp des Piëch GT im Einsatz

Autor: Andreas Grimm

Piëch Automotive hat sein Konzeptauto zum Vorserienfahrzeug Piëch GT weiterentwickelt und die Vertriebsstrategie konkretisiert. Allerdings verändert sich das Führungsteam, eine bekannte Führungskraft hat das Unternehmen verlassen.

Piëch Automotive hat einen ersten Protoypen seines für 2024 angekündigten E-Sportwagens im Einsatz.
Piëch Automotive hat einen ersten Protoypen seines für 2024 angekündigten E-Sportwagens im Einsatz.
(Bild: Piëch Automotive)

Der 2019 von Piëch Automotive in Genf als Studie „Mark Zero“ vorgestellte Elektrosportwagen fährt inzwischen als Prototyp über Europas Straßen. Das aktuell „Piëch GT“ genannte Vorserienfahrzeug leistet 450 kW/611 PS. Drei Synchronmotoren mit jeweils 150 kW kommen zum Einsatz – zwei an der Hinter- und einer an der Vorderachse. Damit soll der 100-km/h-Sprint weniger als drei Sekunden dauern. Die 75-kWh-große Traktionsbatterie ermöglicht nach WLTP-Messung 500 Kilometer Reichweite.

Neu ist, dass Piëch die Entwicklung der Batteriezelle verstärkt von China nach Europa verlagert hat. Ergänzend bleibt die Schnelllade- und Rekuperations-Fähigkeit ein wesentliches Vertriebsargument für den Elektro-Sportwagen. Unternehmensangaben zufolge kann der rein elektrisch angetriebene Piëch GT an jeder CCS2-Schnellladesäule in acht Minuten zu 80 Prozent geladen werden. Mit einem speziellen Schnelllader soll dieser Vorgang sogar in weniger als fünf Minuten möglich sein.

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Ein Piëch-Modell zu fahren, wird ein exklusives Vergnügen werden. Dementsprechend ist auch der Vertrieb ausgerichtet. Das Unternehmen setzt nach Angaben von Vertriebschef Jochen Rudat, einst Deutschland- und Europa-Chef von Tesla, auf rund 60 eigene Marken-Stores und nicht auf ein herkömmliches Franchise-System. Als Service-Partner kommen nur renommierte Unternehmen in Frage, „die über ein hervorragendes und flächendeckendes Service-Netz verfügen“, so Rudat weiter. Erhältlich sein soll der Piëch GT in den wichtigsten EU-Märkten sowie den USA und China.

Im Frühjahr 2022 will Piëch Automotive einen zweiten Prototyp des GT bauen, 2023 sollen weitere folgen. Ein Jahr später ist der Beginn der Serienproduktion „in den Hallen eines renommierten Autoherstellers“ geplant. Im ersten Jahr sollen 1.200 Fahrzeuge entstehen.

Mitten in der Veränderung ist derzeit das Führungsteam um Gründer Toni Piëch: Timo Kauer, der bereits seit Jahresanfang an dem Projekt mitarbeitet, ist inzwischen fest als Chief Financial Officer (CFO) engagiert. Der bisherige Aufsichtsratschef Mathias Müller, der frühere Volkswagenkonzern- und Porsche-Chef, ist ausgeschieden. Der bisherige Co-Vorstandschef und frühere Porsche-Marketing-Manager Andres Henke hat sein Amt ebenfalls abgegeben. Henke wird aber als Special Advisor des Verwaltungsratsvorsitzenden zur Verfügung stehen, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«