Caravaning Eura präsentiert sein erstes Fernreisemobil

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Der Reisemobil-Hersteller Eura Mobil erweitert seine Modellpalette und stößt damit in eine neue Preisdimension vor. Der für Abenteuer-Touren und Expeditionen geeignete „Xtura“ geht im Frühjahr an den Start.

Eura will eine weitere Nische erschließen und wagt sich mit seinem Modell „Xtura“ auf neues Terrain vor.(Bild:  Eura Mobil)
Eura will eine weitere Nische erschließen und wagt sich mit seinem Modell „Xtura“ auf neues Terrain vor.
(Bild: Eura Mobil)

Eura Mobil gehört zu den Vollsortimentern unter den Reisemobil-Herstellern, die vom ausgebauten Kastenwagen über teil- und vollintegrierte Fahrzeuge bis zum Alkoven fast alles anbieten, was das Herz des Wohnmobil-Reisenden begehrt. Das Unternehmen will sich aber noch eine weitere Nische erschließen und wagt sich mit dem Modell „Xtura“ auf neues Terrain vor.

Der Teilintegrierte auf Basis eines Mercedes Allrad-Sprinters soll jene Klientel ansprechen, die sich den Traum von einer langen Abenteuer-Tour in entlegenere Gegenden, gern auch jenseits europäischer Grenzen, erfüllen will und deshalb ein Höchstmaß an Autarkie erwartet. Und das soll der Xtura gewährleisten. Eura verspricht eine ungewöhnlich hohe energetische Unabhängigkeit von über 30 Tagen für das „Fernreisemobil“, wie es die Rheinland-Pfälzer selbst nennen.

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Stolzer Preis?

Die Basisversion ist mit einem Neupreis von 145.000 Euro, der bis 180.000 Euro (Vollausstattung) reichen kann, teuer, ja. Vergleicht man den Xtura allerdings mit ähnlichen Produkten jener Hersteller, die weitgehend individuell zusammenstellbare Einzelstücke ab einer Viertelmillion aufwärts produzieren, so erweist sich das „Expeditionsmodell von der Stange“ als relativ günstig.

Doch womit hebt sich der Xtura, der auf der Stuttgarter Freizeitmesse CMT (Caravaning, Motor, Touristik) vom 13. bis 21. Januar seine Deutschland-Premiere feiern wird, von den Wohnmobil-Normalos aus der Eura-Riege ab? Da spielen viele Aspekte eine Rolle: Etwa die erstmals verwendete 4x4-Variante des Sprinters mit vollautomatisch regelndem Allradantrieb, die ausschließlich mit dem 190 PS starken Dieselmotor und 9-Gang-Automatik kombiniert wird.

Hinzu kommt ein holzfreier Aufbau mit vollflächiger Verklebung in Aluminiumprofile für hohe Torsionssteifigkeit, eine weltweit im Offroad-Bereich einsetzbare Satelliten-Navigation, ein busgesteuertes Bord-Control-System, das auch vom Smartphone aus bedient werden kann und vor allem das Stromversorgungssystem, das maximale Autarkie garantieren soll.

Bordkraftwerk mit Solarkollektoren

Dieses Bordkraftwerk besteht aus einer starken 330-Ah-Lithium-Batterie und zwei 120-Watt-Hochleistungs-Solarkollektoren auf dem serienmäßigen, begehbaren Dachträger. Zusätzlich lässt sich aus zwei optionalen, faltbaren Solarplatten weitere Energie für extrem lange Autarkiezeiten generieren. Diese können über eine einfache Steckverbindung mobil oder auch während der Fahrt über eine verstärkte Lichtmaschine mit 60 Ampere Ladeleistung angeschlossen werden.

Mit einem 3-kW-Wechselrichter stehen somit reichlich Reserven für Batterieladung, Kochen, Klimaanlage und andere Individualverbraucher zur Verfügung. Nutzbar sind die – auch das ist wichtig und keineswegs selbstverständlich – an sämtlichen Steckdosen im Wohnmobil.

Auch in der Energienutzung präsentiert sich der Xtura mit einer Hybrid-Kochstelle aus einem Induktionsfeld und zwei Gaskochern flexibel. Ein 146-Liter-Kompressorkühlschrank schluckt eine Menge Vorräte.

34 Tage ohne Landstrom

Abhängig von den Nutzungsbedingungen rechnet Eura eine elektrische Unabhängigkeit von Landstrom bis zu 34 Tage vor. Da dürfte allerdings der Frischwasservorrat bei einem Tankinhalt von 145 Litern nur mitspielen, wenn zusätzliche Wasser-Kanister mit an Bord genommen werden. Stauraum dazu ist in der großen Heckgarage oder auf dem Dach reichlich vorhanden.

Ebenso wie das Bord-Control-System stammt auch das Navigationssystem von Garmin. Es hält auch abseits befestigter Straßen auf Kurs und trägt mit einer satellitengestützten, Mobilfunknetz-unabhängigen Notruf-Funktion auch dem Sicherheitsaspekt Rechnung.

Für Offroad-Touren geeignet

Zu den weiteren Pluspunkten zählen neben einem nicht zu vergessenden, schicken Outfit die Winterfestigkeit, die geländetauglichen Eigenschaften sowie die verhältnismäßig kompakten Abmessungen. So sollen frostige Reisen mit Umgebungstemperaturen von kälter als minus 20 Grad ebenso wenig ein Problem sein wie anspruchsvolle Offroad-Touren.

40 Zentimeter Bodenfreiheit, ein Böschungswinkel von 22 Grad und entsprechender Unterfahrschutz bilden zumindest eine solide Basis dafür. Und mit 6,88 Metern Länge, 2,20 Metern Breite und 3,05 Metern Höhe bleibt das Fernreisemobil auch innerhalb der Limits, die beispielsweise für eine Übersee-Verladung vorgeschrieben sind.

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Die Raumaufteilung im Eura Xtura ist eher klassisch mit 1,95 Meter langen Längs-Einzelbetten im Heck und einer Face-to-Face-Sitzgruppe vorn, in die auch die drehbaren Frontsessel integriert werden. Extra für den Xtura entwickelt wurde der variable Waschraum mit Banktoilette, der dank einer schwenkbaren Wand mit einem Handgriff in eine Duschkabine verwandelt werden kann.

Die Fußbodenheizung ist zusammen mit anderen technischen Installationen in der 85 Millimeter dicken Bodenplatte untergebracht. Hochleistungs-LED-Leuchten sorgen bei Bedarf für ein taghelles Ausleuchten des Umfeldes, und die Zusatzscheinwerfer der Front-Light-Bar über der Windschutzscheibe können nach dem Plazet von Daimler auch während der Fahrt dem Fernlicht zugeschaltet werden.

Zunächst nur in einer Ausführung

Zum Verkaufsstart im kommenden Frühjahr wird der Allrad-Teilintegrierte mit 4,1 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ausschließlich in einer einzigen Ausführung zu haben sein, mit sandfarbenem Äußeren sowie im Innenraum mit einer Chalet-Möbelarchitektur und rustikalen wie modernen Elementen.

Die cremefarbenen gesteppten Polster scheinen für abenteuerliche Touren in unwegsames Gelände allerdings allzu empfindlich. Im kommenden Jahr soll noch eine graue Ledervariante nachgeschoben werden.

Unterschätztes Marktsegment?

Mit dem Xtura wagt sich Eura in ein neues, anspruchsvolles Marktsegment. Erste Ausstellungsauftritte in Oslo und Paris hätten allerdings gezeigt, erklärt der Technische Leiter Frank Lessmann, dass das Interesse an dem Fahrzeug sehr groß sei.

Alle potenziellen Käufer würden sämtliche vier Zusatzpakete (Experience 14.900 Euro, Fahrerassistenz 4.380 Euro, Overland 9.900 Euro, Adventure 4.500 Euro) mitbestellen. Lessmann hält einen Absatz von 150 bis 200 Exemplaren pro Jahr für möglich.

Offensichtlich gibt es mehr Fernreisende mit dem Wohnmobil als gedacht. Anderseits gibt der Eura Xtura garantiert auch bei einem Wochenend-Kurztrip auf einen komfortablen Campingplatz an einem bayerischen Binnensee eine gute Figur ab.

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