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Evum Acar: Nachhaltige Mobilität wird doch teuer

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Mit einem Nutzfahrzeugprojekt will die TU München nachhaltige Mobilität in entlegenen Regionen schaffen. Zwei Jahre nach der Premiere auf der IAA ist das kleine Nutzfahrzeug „Acar“ serienreif. Doch ein zentrales Versprechen ist nicht eingelöst.

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Das Evum Acar ist ein Projekt der TU München, das eigentlich die Mobilität in Entwicklungsländern ermöglichen soll. Nun ist es teuer geworden.
Das Evum Acar ist ein Projekt der TU München, das eigentlich die Mobilität in Entwicklungsländern ermöglichen soll. Nun ist es teuer geworden.
(Bild: Evum Motors)

Das Projekt „Acar“ setzt auf E-Antrieb, Modularität und geringe Kosten. Wie die Mitarbeiter aus dem Umfeld der TU München allerdings in den vergangenen zwei Jahren lernen mussten, ähneln die Vorgaben der berühmten Quadratur des Kreises. Zwei Jahre nach seiner Premiere auf der IAA 2017 präsentiert sich der Kleinlaster Acar nun optisch deutlich gereifter und macht zudem technisch einiges besser. Doch der Fortschritt hat seinen Preis.

Im Jahr 2017 hatte die TU München auf der IAA den für Entwicklungsländer konzipierten Elektro-Kleinlaster Acar erstmals vorgestellt. Das mittlerweile in eine GmbH namens Evum überführte Projekt will das Lowtech-Gefährt nicht nur in Ländern Afrikas, sondern zunächst in Deutschland anbieten. Seit seiner Messepremiere hat das Fahrzeug mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen und wurde auf der IAA 2019 in der finalen Serienversion vorgestellt.

Die frühen Versionen des Acar zeichnete sich noch durch Bastelbuden-Charme aus, was allerdings auch dem Grundprinzip einer möglichst einfachen und damit günstigen Bauweise geschuldet war. Die jetzt vorgestellte Serienversion überrascht mit einer vergleichsweise gefälligen Optik, wie man sie von einem Kleinlaster für kommunale Einsatzzwecke erwarten würde.

Auch technisch wurde nachgerüstet, weshalb der Acar in eine andere Fahrzeugklasse aufsteigt. Statt als Elektroleichtfahrzeug L6e klassifiziert sich der Acar als Nutzfahrzeug bis 3,5 Tonnen (Klasse N1). Beim elektrischen Allradantrieb bleibt es weiterhin bei einfacher 48-Volt-Technik, diese erlaubt eine auf 70 km/h gestiegene Höchstgeschwindigkeit und bis zu 200 Kilometer Reichweite beladen. Die Nutzlast beträgt eine Tonne.

Produziert werden soll der Acar ab Anfang 2020 im süddeutschen Bayerbach. Vorbestellungen werden bereits entgegengenommen. Der Basispreis liegt bei 28.900 Euro. Das ist deutlich mehr als 2017 angekündigt. Damals wurde eine Preisspanne von 20.000 bis 25.000 Euro für die Europa-Version genannt. Der ursprüngliche Preis lässt sich sogar mehr als verdoppeln, denn Evum bietet diverse Ausstattungsoptionen und verschiedene Aufbauvarianten an. Wer im Konfigurator kräftig Häkchen setzt, treibt den Preis leicht auf über 50.000 Euro. Immerhin können Kunden dank der neuen Zulassungsklasse nun den staatlichen Umweltbonus für E-Fahrzeuge abrufen.

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