Fahrzeugtechnik: Die Achse des Guten

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Auf der IAA 2017 wetteiferten die Zulieferer um die beste elektrische Antriebsachse. Solche elektrischen Antriebseinheiten eignen sich für E-Autos sowie Plug-in-Hybride und sind ein potenzieller Millionenmarkt.

Das Mstars-System von ZF ist eine Kombination von Achse, Antrieb und intelligentem Fahrwerk: Die elektrische Einheit ist hier im Hilfsrahmen integriert.
Das Mstars-System von ZF ist eine Kombination von Achse, Antrieb und intelligentem Fahrwerk: Die elektrische Einheit ist hier im Hilfsrahmen integriert.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Es ist eine Wette auf die Zukunft: Die großen Zulieferkonzerne wie Bosch, Continental oder ZF rechnen damit, dass viele Autohersteller sich keine eigenen Produktionskapazitäten für elektrische Antriebsmotoren aufbauen werden und hoffen in diesem Segment auf einen neuen Absatzmarkt. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender bei Continental, sagte auf der IAA: „Elektromotoren produzieren können wir besser und günstiger, weil wir schneller auf die nötigen Stückzahlen kommen.“ Für diesen potenziellen Milliardenmarkt entwickeln derzeit alle Zulieferer, die sich mit Antriebstechnik beschäftigen, elektrische Achsantriebe, die nicht nur als alleiniger Motor für batterieelektrische Autos, sondern auch als Hybridkomponente in Plug-in-Hybriden eingesetzt werden können.

Bosch etwa will mit seiner E-Achse gleich weltweiter Marktführer bei der Elektromobilität werden. Der Start der Großserienproduktion ist für 2019 geplant. Der neue Elektroantrieb ist so ausgelegt, dass er an viele Fahrzeugtypen angepasst werden kann. Motor, Leistungselektronik und Getriebe sind integriert; die Einheit lässt sich wahlweise an der Vorder- oder an der Hinterachse verbauen. Die Leistung des Antriebs lässt sich zwischen 50 und 300 Kilowatt einstellen und reicht somit aus, um große Fahrzeuge wie SUVs elektrisch anzutreiben. Das Drehmoment an der Achse des Fahrzeugs kann zwischen 1.000 und 6.000 Newtonmeter betragen. Eine elektrische Achse mit einer Leistung von 150 Kilowatt wiegt etwa 90 Kilogramm – und damit laut Bosch wesentlich weniger als bisherige Einzelkomponenten zusammen.