Fahrzeugteile: Zulieferer specken ab

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Der deutsche Zulieferer ZF setzt das Fahrwerk auf Diät. Das bietet einen zweiten Vorteil: Geringere ungefederte Massen verbessern Fahrverhalten und Komfort. Das Konzept eines Federbein-Radträger-Moduls, das zum großen Teil aus CFK besteht, wiegt etwa nur die Hälfte einer konventionellen Konstruktion. Auch eine mittlerweile selten gewordene Fahrwerkskomponente – die Blattfeder – lässt sich durch moderne Werkstoffe zukunftsfähig aufmöbeln. Bei einem ZF-Konzept für eine Hinterachse übernimmt eine Kunststoff-Querblattfeder sowohl die Radführung als auch die Federung. Einsparpotenzial: 12 bis 15 Prozent.

Ein Thema am Bosch-Messestand war der Bremskraftverstärker aus Aluminium, der ebenfalls nur halb so schwer sein soll wie sein Stahl-Pendant. Das bedeutet eine Masse von nur noch 1,5 Kilogramm. Und wenn wir schon bei der Bremse sind, so sei noch die Leichtbau-Bremsscheibe erwähnt, die Brembo zusammen mit Daimler entwickelt hat. Der Hauptvorteil resultiert aus einer Glocke aus Stahl in einer Stärke von nur 2,5 Millimetern anstatt der bislang 7,5 bis 9 Millimeter dicken klassischen Gussglocke. So lässt sich eine Scheibe fertigen, die je nach Geometrie um 10 bis 15 Prozent leichter ist:

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Leichtbau-Effekte nicht überschätzen

Wenn sich alle diese Gewichtseinsparungen einfach addieren ließen, wären unsere Autos heute wieder so leicht wie ein Trabant oder ein Citroën 2 CV. Doch leider funktioniert das nicht so einfach. Zum einen lassen sich aus Kostengründen nicht alle Leichtbautechniken in einem Auto umsetzen, zum anderen sammeln sich an anderer Stelle wieder Kilos an – etwa durch neue Abgastechnik, immer mehr Komfortelektrik oder den Allradantrieb.

Außerdem sollen die negativen Folgen des Leichtbaus nicht unerwähnt bleiben. So fehlt vielen Bauteilen durch die konstruktiv bedingte Auszehrung eine gewisse Reserve, die dabei hilft, nicht vorhergesehene Beanspruchungen zu überleben. Und so gehen heutzutage Teile, die früher ewig gehalten haben, in großer Zahl kaputt – beispielsweise Fahrwerksfedern. Leichtbau durch Funktionsintegration – also durch die Zusammenfassung vieler einzelner Bauteile in einer größeren Komponente – verliert seinen Charme sehr schnell, wenn dieses Teil defekt ist und teuer ersetzt werden muss.

Und nicht zuletzt bleibt die Frage, was der ganze Aufwand wirklich bringt. Um rund 0,2 Liter pro 100 eingesparte Kilogramm sinkt der Kraftstoffverbrauch, sagen Fachleute. Um auch nur einen Liter Sprit pro 100 Kilometer einzusparen, müsste ein Auto also 500 Kilogramm leichter werden. Daran dürfte die Autoindustrie noch eine Weile zu knabbern haben.

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