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FCA-Deutschland-Chefin: „Meine Händler sind Kämpfer“

Autor: Jens Rehberg

Maria Grazia Davino hat den FCA-Partnern versichert, dass sie in der aktuellen Krise an ihrer Seite steht. Die Unterstützung kommt nicht nur mit starken Worten, sondern auch mit einem umfassenden Maßnahmenpaket.

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(Bild: Dieter Rebmann)

FCA Deutschland hat seinen Partnern am Dienstag umfangreiche Unterstützung im Zuge der aktuellen, krisenhaften Entwicklungen zugesagt. Importeurschefin Maria Grazia Davino erläuterte den Händlern in einem Rundschreiben konkrete Maßnahmen, mit denen die Folgen der derzeitigen staatlichen Restriktionen infolge der Corona-Pandemie abgemildert werden sollen. Unter anderem sicherte sie den Partnern zu, ihre individuellen Verkaufsziele anzupassen, sollten diese aufgrund der aktuellen Entwicklungen unerreichbar werden.

Desweiteren:

  • Die Voraussetzungen für die Bonusbausteine bezüglich Weiterempfehlungsquote und Datenqualität werden einschließlich Q2 pauschal als erfüllt angesehen
  • Alle in den nächsten zwei Monaten fälligen Teilzahlungs- und Schlussraten an die FCA-Bank für Fahrzeuge im Händler-Finanzierungsbestand werden um 60 Tage verschoben
  • Die letzte Teilzahlung gemäß Zahlungsplan wird um 90 Tage verschoben
  • Teile-Fälligkeiten werden von 60 auf 90 Tage verlängert
  • Fristen für in Bearbeitung befindliche „Netting“-Vorgänge werden um 7 Tage erhöht
  • Prämien- und Garantieaudits sowie das Präsenztrainingsprogramm werden bis auf weiteres ausgesetzt
  • Kundenanfragen zur Stundung fälliger Raten aufgrund angeordneter Kurzarbeit sollen kulant gehandhabt werden
  • Ankündigung einer attraktiven Finanzierungsaktion, die den Abverkauf wieder anschieben soll, sobald der Einzelhandel wieder geöffnet ist

Maria Grazia Davino sagte außerdem, sie werde sich beim Hersteller dafür einsetzen, dass derzeit kein Druck auf die Händler in Bezug auf zu tätigende Investitionen in Elektro-Standards ausgeübt werde.

„Die Situation im Moment ist sehr unübersichtlich, deshalb sind unsere Partner zurecht in Sorge“, fasste die FCA-Deutschland-Chefin ihr derzeitiges Lagebild am Mittwoch im Gespräch mit »kfz-betrieb« zusammen. Die Händler hätten aber in den letzten beiden Tagen schon gezeigt, dass sie sich auf die neue Situation einstellen können. „Etwas anderes habe ich eigentlich auch nicht erwartet“, sagt Davino.

„Mein Team und ich begleiten unsere Partner durch diese Krise – darin bin ich geübt, Chaos ist meine Komfortzone.“ Niemand dürfe jetzt in Panik verfallen, so die Managerin. „Jeder muss nun für seinen Bereich entscheiden, was anzupassen und zu optimieren ist.“ Vorrang habe, die Serviceannahme im Blick zu behalten, die Erreichbarkeit auf allen Kanälen zu gewährleisten und die Fahrzeuge auszuliefern, die noch auf den Höfen stehen.

„Meine Händler haben keine Angst“

„Das Geschäft muss trotz aller Einschränkungen weiterlaufen.“ Dazu seien jetzt Stärke, Willen und Kreativität gefragt. „Meine Händler sind die Besten – sie haben keine Angst.“

Die Importeurschefin fährt fort: „Für mich ist es auch nicht einfach, zu akzeptieren, dass jetzt die Zahlen in den Keller gehen, das raubt mir den Schlaf.“ Das sei mit der Zurücknahme der Händlerziele aber jetzt nun mal unvermeidlich. „Ich werde an Profit und Marktanteil gemessen – im Moment hat für mich aber Priorität, meinen Händlern dabei zu helfen, dass sie diese Situation selbstbewusst meistern können.“

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«