FCA-Rückruf wegen wegrollender Fahrzeuge

Software-Update soll Fahrstufenverwechslung verhindern

| Autor: Niko Ganzer

US-Anwalt Gary Dordick vertritt die Eltern des verunglückten Hollywood-Schauspielers Anton Yelchin, die angekündigt haben, den Autohersteller zu verklagen.
US-Anwalt Gary Dordick vertritt die Eltern des verunglückten Hollywood-Schauspielers Anton Yelchin, die angekündigt haben, den Autohersteller zu verklagen. (Bild: Picture Alliance / AP Photo)

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) startet nun auch in Europa einen Rückruf wegen Problemen mit der Parkfunktion der Achtgang-Automatik. Zunächst wird im Jeep Grand Cherokee (WK) der Baujahre 2014 und 2015 eine neue Software installiert, „die die Möglichkeit beseitigt, dass der Fahrer versehentlich vergisst, das Getriebe vor Verlassen des Fahrzeugs in die Stellung 'Park' zu bringen“, wie ein Sprecher der FCA-Deutschlandzentrale auf Anfrage von »kfz-betrieb« bestätigte. In jedes der hierzulande zurückbeorderten 13.286 Fahrzeuge müsse zudem eine Karte mit Anhang zur Bedienungsanleitung beigelegt werden.

Im Juni hatte der Unfall des Hollywood-Schauspielers Anton Yelchin („Star Trek“) mit einem von dieser Rückrufaktion betroffenen Jeep für Schlagzeilen gesorgt. Der 27-Jährige war beim Schließen eines Tores vom zurückrollenden Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt worden. Die Eltern des Verunglückten hatten Anfang August in einer Pressekonferenz eine Klage gegen FCA angekündigt, weil die Rückrufbenachrichtigung nach ihren Worten erst sieben Tage nach seinem Tod eintraf.

In den USA war der Rückruf allerdings bereits im April von der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA für über 811.000 Fahrzeuge angekündigt worden – neben dem Grand Cherokee auch für den Dodge Charger und den Chrysler 300 beziehungsweise Lancia Thema in Kontinentaleuropa. „Für den Lancia Thema wird es eine eigene FCA-Aktion geben, welche uns jedoch noch nicht mitgeteilt wurde“, sagte der Sprecher. Der Aktionscode stehe allerdings schon fest und werde „S50“ lauten. Die jetzt startende Jeep-Aktion läuft unter der Nummer „S49“.

Dem Konzern sind nach eigenen Angaben 43 Vorfälle bekannt, bei denen eine Verwechslung der Fahrstufen bei dem Automatikgetriebe zu Personenschäden geführt hat. Die NHTSA spricht sogar von 68 Verletzten. Für Verwirrung sorgt offenbar, dass der Wählhebel nach jedem Schaltvorgang in seine Ausgangsposition zurückkehrt. Trotz optischer und akustischer Warnsignale hatten daher einige Fahrer ihre Autos verlassen, ohne zuvor in den „P“-Modus zu schalten. Die neue Software sorgt dafür, dass beim Abstellen des Motors oder dem Öffnen der Fahrertür automatisch die Parkstufe eingelegt wird. Das Aufspielen des Updates dauert laut Hersteller bis zu 2,5 Stunden.

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