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Ford elektrifiziert den Transit

| Autor / Redakteur: mid / Andreas Grimm

Die neue Generation des Transit ist mehr als Modellpflege. Mit der Neuauflage erwischt die Elektrifizierung ein wichtiges Modell im Transportersegment. Dabei gehen die Entwickler zunächst eher behutsam vor, doch die Emissionswerte sind sehenswert.

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Optisch klar ein Ford Transit. Die PHEV-Version ist an der Ladeklappe am vorderen Stoßfänger erkennbar.
Optisch klar ein Ford Transit. Die PHEV-Version ist an der Ladeklappe am vorderen Stoßfänger erkennbar.
(Bild: Ford)

Seit 60 Jahren ist der Ford Transit aus dem Segment der kleineren und mittleren Nutzfahrzeuge nicht mehr wegzudenken – bei wachsendem Zuspruch. Die Transit-Verkäufer summen vor Freude und melden Jahr für Jahr steigende Verkaufszahlen. Jetzt fährt der Cargo-Dauerbrenner in eine neue Runde. Dabei spielt die Elektrifizierung – wenigstens teilweise – eine wichtige Rolle: als Mild-Hybrid und Plug-In-Hybrid.

Der neue Transit hat ein maßvoll geändertes Außen-Design, der Innenraum ist weiterhin praktisch gestaltet. Die großen Veränderungen fanden dagegen unter dem Blech statt. Über 4.600 Komponenten wurden geändert oder ersetzt. Dabei wurde dem Lastenesel, der auch als Personentransporter und als Basis für Wohnmobile erfolgreich ist, eine Entschlackungskur verordnet. Das eingesparte Gewicht kommt der Nutzlast mit einem Plus bis zu 75 Kilogramm zugute: ein wichtiger Faktor im Transportwesen.

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Wer Transit sagt, meint selten ein einzelnes Modell, sondern ein Portfolio in verschiedenen Größenklassen. Denn unter dem „dicken“ Transit ohne Zusatzbezeichnung aus der Klasse der Dreieinhalbtonner rangieren noch die zierlicheren Versionen Transit Custom und Transit Tourneo Custom aus dem Eintonner-Bereich. Genau an dieser Stelle verzweigen sich auch die Meldungen über die Innovationen der beiden Linien. Während der Transit auf Wunsch bei den front- und heckgetrieben Varianten ab sofort über 48-Volt-Technik verfügt, die ihn zum Mild-Hybrid macht, sind Custom mit kurzem Radstand und niedriger Dachlinie und Tourneo Custom als Plug-In-Hybride zu haben, mit denen der Kunde rein elektrisch fahren kann.

Zusatzboost im großen Transit

Zurück zum großen Transit. Die optionale 48-Volt-Technik ermöglicht mehr „Boost“, wie die Ingenieure die gewonnene Schubkraft aus niedrigen Drehzahlen beim Beschleunigen gern bezeichnen. Außerdem steckt der integrierte riemengetriebene Startergenerator die im Stadtverkehr häufig anfallenden Start-Stopp-Manöver lockerer weg. Im Schubbetrieb nutzt der Wagen die kinetische Energie und rekuperiert fleißig elektrische Energie, die in die Batterie zurückfließt. Im WLTP-Fahrzyklus schlägt diese Technik mit einer Verbrauchssenkung von drei Prozent zu Buche. Zudem hat Ford der Modellreihe einen extra starken Diesel spendiert. Wer sich für diesen Kraftbolzen entscheidet, verfügt über 185 PS, die aus 2 l Hubraum generiert werden. Und für das Frühjahr 2020 ist sogar noch eine 10-Gang-Automatik avisiert.

Der Leistungszuwachs ist für Kunden mit entsprechendem Anforderungsprofil sicher eine freudige Nachricht, aber nicht der ganz große Brüller. Den liefert Ford eher mit den Hybriden der Custom-Modelle. Denn Plug-in-Hybride sind im Nutzfahrzeugsegment ein absolutes Novum. Damit trifft Ford den Nagel auf den Kopf. Schließlich erfüllen die kleineren Transporter oft im urbanen Bereich ihre Pflichten im Zustell- oder Servicegewerbe. Also dort, wo zunehmend mit strengeren Abgasregeln bis hin zu Fahrverboten für Verbrennungsmotoren zu rechnen ist.

Geschickt sind bei Custom und Tourneo Custom ein dreizylindriger Einliter-Benziner, eine 13,6 kW-Batterie und ein Elektromotor mit 126 PS als Antriebssystem gekoppelt. Wie wir auf einer Testfahrt bei Stockholm feststellen konnten, arbeitet das System im Wechsel aller Fahrmodi sehr diskret und effektiv.

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