Gefahren: Audi A4 – ein bisschen elektrisch

Seite: 2/2

Der TDI 35 ist mit seinen 120 kW/163 PS in der Dieselriege zwar „nur“ der zweischwächste Vertreter, aber wer braucht schon mehr? Das wird schon nach wenigen Kilometern deutlich, wenn die satte Durchzugskraft von 380 Newtonmetern bei niedrigen Drehzahlen zur Sache geht, gut dosiert von der serienmäßigen Siebengang-Doppelkupplungsautomatik.

Beruhigend, dass das Überholen eines Trucks zwischen den Spitzkehren der Südtiroler Bergstraßen rund um Bozen schnell abgehakt ist. Erfreulich, dass auch ein Familienauto Spaßfaktor bieten kann, wenn der Fahrer aus engen Ecken heraus das rechte Pedal mal anders entdecken will. Beeindruckend, wie spielerisch und souverän Fahrwerk, Lenkung und Bremsen auf die Wünsche des Chefs hinterm Steuer reagieren.

Genügsamer Cruiser

Die Domäne des A4 aber bleibt das gelassene Cruisen auf der Langstrecke, obwohl er als 35 TDI die linke Spur durchaus auch mal mit über 220 km/h nutzen könnte. Im Normalmodus ist lässige Entspanntheit angesagt, in niedrigen Drehzahlen eben dank des Drehmoments, mit zeitgemäßer Genügsamkeit von in der Praxis um die fünf Liter auf 100 Kilometer. Dazu trägt übrigens ein System bei, von dem die Insassen kaum etwas bemerken.

Der A4 ist nämlich in die Gilde der sogenannten „Mildhybride“ aufgestiegen. Eine Zusatzbatterie wird von einem 5 kW starken Generator immer dann mit Strom versorgt, wenn bei 55 bis 160 km/h der Fuß vom Gas genommen wird. Der Verbrennungsmotor wird abgeschaltet, der Audi segelt antriebslos. Die dabei entstehende Energie wandert dann in die Batterie, die im Heck versteckt ist. Diese sorgt dafür, dass der Motor immer wieder gestartet wird, ohne dabei die Hauptbatterie zu beanspruchen.

Verblüffend, wie oft die Nadel des Drehzahlmesser im normalen Fahralltag bewegungslos auf „0“ verharrt. Natürlich vor allem beim Bergabfahren. Unterm Strich soll das System fast einen halben Liter Sprit auf 100 Kilometer sparen. Das alles ist zwar nur ein bisschen elektrisch, aber zumindest ein guter Anfang.

Audi A4: Hersteller reagiert auf Kritik am Design
Bildergalerie mit 12 Bildern

Nur wenig Strom trotz hoher Leistung brauchen die zahlreichen Assistenzsysteme, die in der Preisliste zum Ankreuzen angeboten werden und in Paketen zusammengefasst sind. Zum Kapitel „Stadt“ (1.440 Euro) gehören Helfer wie Einparkhilfe, Rückfahrkamera, Spurwechsel- und Ausstiegswarner oder Querverkehr-Entdeckung bei rückwärts Ausparken. Im Paket „Tour“ sind für 1.400 Euro u.a. Abstandsradar, aktives Spurhalten, Verkehrszeichen-Erkennung oder Fernlichtassistent enthalten. Auch andere feine Extras haben ihren Preis: Das beste Navi mit zahlreichen Funktionen kostet 2.245, das Head-up-Display in der Windschutzscheibe 980 und das 12,3 Zoll große virtuelle Cockpit hinter dem Lenkrad 600 Euro.

Das alles kennen Audi-Fans. Insofern ist der Grundpreis für eben jenen 35 TDI mit 42.350 Euro natürlich nicht das letzte Wort. Gut 5.000 Euro sollte man sich für seinen Wunsch-A4 schon noch zusätzlich zur Seite legen. Ein kleiner Trost: LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten sind jetzt serienmäßig.

(ID:46034260)