Zwar könnte man damit wahrscheinlich tatsächlich auch über die Nordschleife jagen. Doch weil die meisten RS6 Avant wohl auf der Autobahn zu Hause sind, hat Audi auch einen Komfortmodus programmiert, der seinem Namen alle Ehre macht. Die vorausgebuchten Termine beim Chiropraktiker jedenfalls kann man damit schon mal stornieren.
Zwar tarnen die Bayern ihren Kraftmeier im familienfreundlichen Gewand eines Kombis bieten mit einem Laderaum von maximal 1.680 Litern wohl mehr Platz als in jedem anderen Sportwagen, doch ist der RS6 natürlich kein braver Biedermann. Vorn saugt er die Luft so gierig durch die riesigen Öffnungen der Frontschürze mit dem prägnanten Quattro-Schriftzug, dass nicht einmal mehr Platz für die Nebelscheinwerfer geblieben ist.
An den Flanken erinnert der RS6 Avant mit weit ausgestellten und oben abgeflachten Radhäusern an den Ur-Quattro von 1994 und bekennt sich mit den in mattem Alu gehaltenen Spiegelkappen zur Familienehre der Ingolstädter Sportmodelle. Und am Heck lassen der aus dem Rennsport entlehnte Diffusor und die beiden ovalen Endrohre keine Zweifel am sportlichen Ehrgeiz des Lademeisters.
Ein wenig nach aktuellem Sportstudio riecht es auch im Innenraum des Bollerwagens: Die Sitze sind kräftig konturiert und mit einem Leder bezogen, dass in seiner Prägung das Wabenmuster des Grills aufnimmt. Wo sonst meist mit Holz getäfelt wird, prangen nun Zierteile aus Karbon und Aluminium, und aus dem modifizierten Cockpit ragt ein Lenkrad, das wie auf der Rundstrecke unten abgeflacht ist.
Seine Rolle als sportliche Speerspitze im Audi-Programm wird der RS6 Avant allerdings nicht lange alleine spielen. Zwar ist die Limousine anders als beim Vorgänger diesmal kein Thema mehr. Doch dafür locken die Bayern mit dem RS7 bald auch jene reichen Raser, die ihre Lust an der Leistung nicht mit einem Kombi tarnen müssen.
(ID:39052580)