Gefahren: BMW 1er – eine kleine Revolution

Frontantrieb mit Vorteilen

| Autor: sp-x

Der neue BMW 1er kommt technisch ganz anders daher als der Vorgänger.
Der neue BMW 1er kommt technisch ganz anders daher als der Vorgänger. (Bild: BMW)

In der Kompaktklasse geht es rund. Zwischen die bereits seit 2018 auf dem Markt befindlichen Ford Focus und Mercedes A-Klasse und die für 2020 avisierten VW-Konzernmodelle A3, Golf und Leon schiebt BMW ab Ende September seinen neuen 1er. Doch während es bei der Konkurrenz meist um die weitere Verbesserung eines bestehenden Konzepts geht, gibt es von den Münchnern eine kleine Revolution zu vermelden.

Und die heißt: mit Ausnahme der Spitzenmotoren Umstellung von Heck- auf Frontantrieb, keine Sechszylinder und übrigens – mangels Nachfrage – auch keinen Dreitürer mehr. Zum Marktstart gibt es zunächst fünf Motorisierungen, drei Diesel und zwei Benziner. Bei den Ottomotoren bildet der 118i (ab 28.200 Euro) den Einstieg, der von einem Dreizylinder (!) mit 103 kW/140 PS angetrieben wird. Bis zum zweiten Benziner ist der Sprung dann in jeder Hinsicht riesig, denn hier handelt es sich um den M135i, der es, immer mit Allrad, auf satte 225 kW/306 PS und einen Grundpreis von 48.900 Euro bringt.

Bei den Dieseln startet BMW ebenfalls mit drei Zylindern im 116d, den es mit 85 kW/116 PS ab 29.900 Euro gibt. Dann kommen zwei Vierzylinder, die aus 2,0-Litern Hubraum entweder 110 kW/150 PS (118d - ab 32.400 Euro) oder 140 kW/190 PS (120d - ab 38.400 Euro) schöpfen. Den Mehrpreis von 6.000 Euro zwischen den beiden Vierzylindern erklärt Holger Stauch, der leitende Projektmanager des 1ers in knappen Worten: „2.000 Euro für Allradantrieb, 2.000 Euro für das Automatikgetriebe und 2.000 Euro für die 40 zusätzlichen PS. Die 17-Zöller (statt 16er im 118d) gibt es dann `kostenlos` obendrauf“. Die Basispreise lassen sich wie stets bei den Bayern durch die Wahl von reichlich vorhandenen Einzeloptionen oder von einer der vier Ausstattungslinien (Advantage, Sport Line, Luxury Line, M Sport) problemlos in für einen Kompaktklässler höchste Höhen treiben.

Optisch unterscheidet sich die dritte Generation des in Deutschland meistverkauften BMW-Modells recht deutlich vom Vorgänger. Vor allem an der Front mir ihren nun viel größeren, zusammenhängenden Nieren und den weit in die Karosserie gezogenen Scheinwerfern. Seitlich fällt die nach hinten ansteigende Fensterlinie ins Auge, die natürlich im markentypischen Hofmeister-Knick mündet. In der Heckansicht trennt sich für den Kenner die Motor-Spreu vom ebensolchen Weizen: Die Dreizylinder erhalten nur ein mageres Endrohr, die Vierzylinder triumphieren mit einer zweiflutigen Anlage.

Höher, breiter, kürzer

Durch den Plattformwechsel und die Umstellung auf Frontantrieb (oder Allrad bei den Top-Modellen), konnte BMW den 1er sogar um die Winzigkeit eines halben Zentimeters kürzer gestalten, in der Höhe gibt es einen Zentimeter obendrauf. Die offensichtlichste und wirksamste Veränderung sieht und spürt man bei der Fahrzeugbreite: Der BMW misst dort jetzt 3,4 Zentimeter mehr – und mit 1,80 Meter doch nur genauso viel wie der noch aktuelle Golf.

Im Vergleich zum Vorgänger bedeutet dies aber vor allem beim Platz in Fond einen großen Sprung nach vorne. Auch ein 1,85 Meter Passagier sitzt hinten jetzt mehr als passabel und kann vor allem auch leichter zusteigen. Zudem ist der Kofferraum um 20 auf 380 Liter und somit auf Klassenstandard gewachsen – maximal passen nach Umlegen der Rücksitze weiterhin 1.200 Liter Gepäck in den kleinsten BMW. Und ja, wie es sich heute gehört ist der 1er auch mindestens 15 und bis zu 30 Kilo leichter geworden.

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