Dazu trägt auch der wunderbar verarbeitete Innenraum bei, der eine willkommene Alternative zu den beinahe schon alltäglichen Cockpits von Mercedes oder BMW darstellt. Edle Materialien, eine gleichmäßig architektonische Aufteilung sowie hier und da ein paar Akzente die ins Auge stechen machen die sehr fahrerorientierte Kanzel des LC spektakulär gemütlich. Beispiel gefällig? Die analoge Uhr neben dem Navi-Screen bildet einen tollen Kontrast zu den scharfen und fast schon schwebenden Türöffnern. Haptisch stechen vor allem die Türverkleidungen positiv hervor, die sich wirklich genial anfühlen.
Die Sitzposition ist extrem gelungen und findet einen guten Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort. Nur die beiden „Hörner“, die links und rechts des Lenkrads aus dem Armaturenbrett herausragen wirken, als wäre den Designern kurz vor Torschluss noch eingefallen, dass der Fahrer ja auch irgendwo die fünf Fahrmodi beziehungsweise die Traktionskontrolle durchschalten muss. Aber: Niemand ist perfekt und der Lexus ist zumindest im Innenraum sehr nah dran. Auch das Audiosystem von Mark Levinson ist über jeden Zweifel erhaben und klingt fantastisch.
V8-Emotionen oder Hybrid-Vernunft?
Nun, welcher der beiden LC-Varianten ist denn jetzt die bessere, wird sich so mancher fragen? Vom rein emotionalen Standpunkt her gewinnt ohne Frage die V8-Version. Wie der große Sauger gierig den Drehzahlgipfel erklimmt und im Begrenzer mit Kanonenschlägen den nächsten Gang fordert, den die blitzschnelle Zehngang-Automatik auf Anhieb liefert – ganz großes Kino. Diese Glücksgefühle kann der LC 500h nicht liefern.
Er punktet mit anderen Dingen: Seiner Gleitfähigkeit, der Ruhe beim Fahren und dem geringen Verbrauch: Bei zurückhaltender Fahrweise sind Werte um die sieben Liter kein Problem. Die Spreizung, die Lexus innerhalb der LC-Palette angestrebt hat, funktioniert also. Interessant ist dabei noch, dass die beiden LC-Modelle abgesehen vom Antriebsstrang und einem Gewichtsunterschied von 50 Kilo zugunsten der V8-Version absolut identisch sind.
Das gilt auch für das sehr harmonisch abgestimmte Fahrwerk und die Gewichtsbalance, die beim Hybrid mit 51 zu 49 nur minimal besser ausfällt als beim V8 (52 zu 48). Die Lenkung fühlt sich immer etwas zu leichtgängig an, arbeitet aber wunderbar progressiv. So kann man auch mit dem stets leicht angestrengt wirkenden Hybrid ein paar flotte Kurven aufs Parkett legen.
Ob das Angebot der „Öko“-Version angenommen wird, bleibt abzuwarten. In Deutschland rechnen die Verantwortlichen von einem 30-prozentigen Hybrid-Anteil – bei einer Jahresabsatzmenge von 130 LC 2018. Oft werden wir den futuristischen LC 500h also nicht auf unseren Straßen zu sehen bekommen, obwohl beide Motorisierungen mit 99.200 Euro gleich positioniert sind. Optisch ist das auf jeden Fall sehr schade.
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