Gefahren: Lexus LC 500h – der Hybrid-Gleiter

Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Den Lexus LC gibt es als bärenstarken V8 und als sanfteren Hybrid mit V6 Motor. Aber kann ein Spagat zwischen emotionalem Sportwagen und ökologischer Vernunft gelingen?

Mit dem LC 500h hat Lexus ein Modell mit großem Will-haben-Faktor neu ins Programm genommen.
Mit dem LC 500h hat Lexus ein Modell mit großem Will-haben-Faktor neu ins Programm genommen.
(Bild: Lexus)

Mit dem neuen großen Sportcoupé LC (für „Luxury Coupé“) will Lexus der etablierten Konkurrenz von Jaguar und BMW ein paar zahlungskräftige Kunden abjagen. Bereits seit 2012 geisterte der LC als Studie auf diversen Messen herum – geschadet hat es ihm nicht. Die Optik hat sich vom Konzept- zum Serienfahrzeug kaum verändert und ist typisch Lexus: Gigantischer Diabolo-Kühlergrill, fließende Linien, scharfe Scheinwerfer-Schlitze und geschmiedete 21-Zöller.

Was anderen selbst für eine Messe zu spitz wäre, bringt Lexus hier auf die Straße. Rein optisch würde man dem 4,77 Meter langen LC locker einen LFA-entliehenen V10 zutrauen. Die Japaner haben sich für den Wettbewerber von 6er Coupé und F-Type allerdings anders aufgestellt, zweigleisig. Einerseits gibt es im LC 500 einen fünf Liter großen und frei saugenden V8-Motor mit 351 kW/477 PS sowie 540 Newtonmeter. Ein Urviech mit unglaublich herzzerreißendem Klang, das gierig am Gas hängt und zum Auto passt wie die sprichwörtliche Faust auf dem Auge

Lexus LC 500h: Der Hybrid-Gleiter
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Für die etwas zarter besaitete und umweltbewusstere Kundschaft gibt es außerdem den LC 500h, der einen V6-Saugmotor (3,5 Liter Hubraum) mit einem „Multistage Hybrid“-System verbindet. So entsteht eine Systemleistung von 263 kW/359 PS. Die Lithium-Ionen-Batterie ist neu im Portfolio des Herstellers und 20 Prozent kleiner als bisher genutzte Lösungen.

Kombiniert werden die Antriebseinheiten mit einem neuen Getriebe, das rein technisch vier Fahrstufen hat, dem Piloten aber deren zehn vorgaukelt. Zwei Getriebe mit je drei Gängen multiplizieren sich gegenseitig, so dass sowohl eine gute Beschleunigung als auch hohe Topspeed-Werte erzielt werden können. Legt das erste Getriebe den ersten Gang ein, ist das zweite in den Fahrstufen eins, zwei und drei aktiv. Beim zweiten Gang kommen die Stufen vier, fünf und sechs hinzu. Für höheres Tempo kommen außerdem der „Über“-Gang drei mit den Stufen sieben acht und neun zum Einsatz. Ein Overdrive hilft dazu beim Benzinsparen. Plump gesagt: Hier arbeiten gleich mehrere CVT-Getriebe hintereinander.

Gemütlicher Gleiter statt rassiger Sportwagen

Das Ziel dieser Technikspielerei ist es, ein „lineares, direktes und kontinuierliches Beschleunigungsgefühl“ ohne den berühmt-berüchtigten „Gummiband-Effekt“ zu erreichen. Doch schon nach wenigen Metern wird klar: So ganz kann der LC 500h den verhassten Effekt bei beherzter Gangart nicht ablegen. Es ist wie immer. Beim Tritt auf das Gaspedal schnellt die Drehzahl akustisch nach oben, doch so richtig nach vorne geht es nicht. Zwar macht das Batterie-System dem LC untenheraus ordentlich Beine, doch Geräuschkulisse und Gefühl wollen nicht harmonieren. Dabei hilft es auch nicht, dass der V6 jault wie ein getretener Hund, wenn man mal etwas schneller unterwegs sein möchte.

Allerdings hat der Hybrid-Antriebsstrang des 500h auch seine guten Seiten. Gleitet man auf der Autobahn mit Reisegeschwindigkeit gemütlich dahin, was das Auto dank seines hervorragenden Fahrwerks übrigens richtig gut kann, ist die Motor-Batterie-Kombination eine Wohltat. Geht es nur leicht bergab, verabschiedet sich der Verbrenner in den Feierabend und der Strom macht den Rest – bis 140 km/h. Leise rollt man dann über die Autobahn, die Drehzahlnadel wirkt wie festgenagelt am unteren Ende der Skala. Und auch, wenn man ab und an mal einen Überholvorgang startet, muss sich der V6 nicht groß anstrengen und kann alsbald wieder schlafen gehen. Das bequeme Gleiten ist die größte Stärke des Hybrid-LC.

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