Gefahren: Peugeot E-208 – leiser Löwe

Seite: 2/2

Bei der Rekuperation, also der Stromgewinnung im Schubbetrieb oder beim Bremsen, entschied sich Peugeot zu einer zweistufigen Auslegung, was für den Alltag auch völlig reicht. Die geringere Verzögerung durch die E-Motor entspricht jener, die wir auch von einem Verbrennungsmotor gewohnt sind. Auf den Modus „Segeln“ verzichteten die Entwickler ganz, da dieser, wenn überhaupt, nur auf der Autobahn zum Tragen käme, wenn längere Rollphasen möglich sind. „Ein E-208 hält sich jedoch eher im urbanen Umfeld auf“, sagt Sylvain Chereau, Produktmanager E-Fahrzeuge.

Spendabel zeigten sich die Peugeot-Strategen in Sachen Lademanagement. Der E-208 kommt für Wechselstrom serienmäßig mit einem dreiphasigen On-board-Lader und verträgt bis zu 11,0 kW Ladeleistung, kann so die leere Batterie, beispielsweise zu Hause an einer Wallbox, innerhalb von fünf Stunden wieder auf 100 Prozent laden. Dies ist auch der Grund, warum der E-208 mit 30.450 Euro rund 500 Euro teurer ist als der Corsa-E, der lediglich über einen einphasigen Lader verfügt und entsprechend länger am Kabel hängt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Deutlich zügiger geht es natürlich an einem Quick-Charger, wie sie an der Autobahn stehen. Bis zu 100 Kilowatt Gleichstrom können dann in die Batterie fließen. Innerhalb von 30 Minuten wäre sie zu 80 Prozent wieder gefüllt. Und schon heute ist die Infrastruktur soweit ausgebaut, dass man mit dem E-208 mit zwei bis drei Ladepausen durchaus von Hamburg nach München fahren könnte.

Äußerlich erkennen nur Eingeweihte, dass gerade ein elektrischer 208 um die Ecke biegt. Das kleine „e“ auf dem hinteren Dachpfosten (C-Säule) entlarvt den Stromer. Und wer genauer hinschaut, entdeckt noch den blau-grün schimmernden Löwen im Grill, abhängig davon, aus welchem Blickwinkel man das Raubtier betrachtet. Im Innenraum bleibt Peugeot bei dem sogenannten i-Cockpit, also dem kleinen Lenkrad mit darüber angeordneten Armaturen. Sie allerdings sind jetzt in 3D-Optik ausgeführt, die Ziffern scheinen im Display übereinandergeschichtet zu schweben.

Peugeot ist mit dem E-208 damit ein insgesamt attraktives Elektroauto gelungen, gefällig im Design, perfekt in der Größe und mit einem insgesamt gut geschnittenen Paket. Darin enthalten ist auch die achtjährige Garantie auf die Batterie. Über Erfolg oder Misserfolg aber entscheidet letztlich der Kunde. Er muss bereit sein, nicht nur sein gewohntes Nutzungsprofil aufzugeben, sondern auch gut doppelt so viel Geld wie für einen konventionellen Peugeot 208 zu bezahlen. An diesem Dilemma dürfte sich in den nächsten Jahren nicht viel ändern.

(ID:46027593)