Gefahren: Peugeot E-208 – leiser Löwe

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Anfang 2020, nur wenige Wochen bevor Opel seinen elektrischen Corsa in den Handel bringt, startet Peugeot mit dem baugleichen E-208. Die erste Fahrt in einem Vorserienmodell zeigt, dass die Franzosen ein attraktives Elektro-Paket geschnürt haben.

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Peugeot bietet den E-208 ab 30.450 Euro an.
Peugeot bietet den E-208 ab 30.450 Euro an.
(Bild: Peugeot)

Die Auswahl an elektrischen Kleinwagen mit akzeptabler Reichweite hält sich (noch) Grenzen. Der Renault Zoe ist ein Kandidat, ebenso der BMW i3. Bei den trendigen City-SUVs kämen noch der Hyundai Kona Electric und der Kia E-Soul in Betracht. In den Startlöchern steht zudem der Honda-E. Aber dann? Fehlanzeige. Doch die Situation ändert sich in wenigen Monaten. Im sogenannten B-Segment – hier fahren Polo, Clio, Fiesta und Co. – legt der französische PSA-Konzern den Schalter um, allen voran die Marke Peugeot.

Der 208 macht im Frühjahr 2020 den Anfang. Ihn wird es sowohl konventionell als Benziner und Diesel geben (beide kommen im Herbst), als auch etwas später als reines Batterie-Fahrzeug. Gleiches gilt für das SUV-Derivat 2008 sowie den DS3 Crossback E-Tense. Das funktioniert, weil die Ingenieure eine dafür geeignete Plattform entwickelt haben, die CMP (Common Modular Platform). Auf ihr basiert auch der neue Corsa, den es ebenfalls in einer elektrischen Variante geben wird. Die Rüsselsheimer müssen jedoch der Mutter in Paris aus strategischen Gründen den Vortritt lassen, kommen aber nur wenige Wochen danach mit ihrem Corsa-E.

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Technisch gesehen sind die Fahrzeuge Zwillinge, sie unterscheiden sich optisch nur durch ihre markentypischen Karosserien. 50 kWh haben die Entwickler an Batteriekapazität unter die Rücksitzbank gepackt. Ein guter Kompromiss aus Gewicht und Kosten. Der Energieinhalt soll für eine Fahrstrecke von 340 Kilometern gut sein. Ausprobieren konnten wir dies zwar noch nicht, doch die Erfahrung mit anderen E-Autos zeigt, im Sommer dürften Reichweiten um die 300, im Winter um die 250 Kilometer kein Problem sein. Der E-208 könnte damit sogar zum Erstwagen im Haushalt avancieren.

Die erste Fahrt in einem sogenannten Vorserienmodell – die Produktion im slowakischen Werk läuft gerade an – offenbart wenig Überraschendes. Auch der E-208 verhält sich so wie es Elektroautos gewöhnlich tun: gleichmäßiges, leises, aber kraftvolles Beschleunigen.

Diese allerdings läuft in dem französischen Stromer in drei unterschiedlichen Ausprägungen ab, je nachdem, welcher Modus aktiviert ist. Drei stehen zur Wahl. Gestartet wird stets in „Normal“, dann leistet der Elektromotor nicht die vollen 100 kW/136 PS, sondern nur noch 80 kW/109 PS, entsprechend zahmer geht es voran. In Stellung „Eco“ nimmt die Software die Leistung nochmals um 20 kW zurück. Der Spaßfaktor bleibt dann allerdings vollends auf der Strecke. Es dürfte wenige Kunden geben, die derart schleichend unterwegs sein wollen.

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