Gefahren: Porsche Panamera Sport Turismo

Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Mit dem Panamera Sport Turismo hat sich Porsche die Nische in der Nische erschlossen. Kann das Konzept des Supersportoberklassekombis überzeugen?

Wieviel Vernunft steckt also im Panamera Sport Turismo? Und wieviel Porsche?
Wieviel Vernunft steckt also im Panamera Sport Turismo? Und wieviel Porsche?
(Bild: Porsche)

Ist das Zeitalter des vernunftgewordenen Autos wirklich erst so kurz her? Jedenfalls war in den 80er-Jahren noch gewiss: Wer auch am Abend oder Wochenende noch Bedarf hatte, Dachlatten, Farbeimer oder Regale auf Baustellen oder in den eigenen Rohbau zu bringen, der hat sich einen Kombi gekauft. Opel Omega oder Ford Granada oder so.

Die Massenmarken haben sich aus diesem ihrem Paradesegment längst zurückgezogen. Ab Oktober bietet dagegen ausgerechnet Porsche einen Kombi in der Fünf-Meter-Plus-Klasse an. Mit mindestens 97.557 Euro ungefähr zu dem Preis, den der frühere Kombi-Käufer für sein ganzes Eigenheim ausgegeben hat. Es darf auch gern das Doppelte sein, wenn noch Nachtsichtgerät mit Fußgänger-Erkennung, Massagesitze oder ein Burmester-Soundsystem drinstecken. Wie viel Vernunft steckt also im Panamera Sport Turismo? Und wie viel Porsche?

Porsche Panamera Sport Turismo: Der erste Kombi
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Design-Chef Michael Mauer schwört zu letzter Frage: „Alle Werte und Attribute“. Nach ersten Ausfahrten mit dem Porsche-Kombi wird ihm kaum jemand widersprechen. Selbst der – mit Verlaub – schwächste Porsche-Kombi katapultiert Passagiere und Pipapo in wenig mehr als fünf Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer. Und auch die 259 km/h Endgeschwindigkeit erreicht der wie alle Sport Turismo stets allradangetriebene Porsche in spielerischer Leichtigkeit. In seiner Topversion Turbo Sport Turismo geht es über die 300-Stundenkilometer-Marke. Und wer sich noch ein wenig geduldet, kann in ein paar Monaten im Turbo S E-Hybrid den noch eiligeren Lieferanten markieren.

Fahrspaß und Komfort

Aber der Kombi ist eben zugleich auch Abkömmling der Oberklasse-Limousine Panamera. Hinterachslenkung, elektronische Wankstabilisierung und das Porsche Traction Management sorgen darum für zuweilen kaum fassbare Traktion und Stabilität. Der Komfort kommt ebenso nie zu kurz.

Der Fahrspaß ohnehin nicht. Zwischen der Limousine und dem Kombi gibt es selbst auf dem Papier bestenfalls marginale Unterschiede. Dass alle vier Räder mitlenken, sorgt für Fahrdynamik, die dem Fixstern 911 kaum nachsteht. Die Intelligenz aus dem 48-Volt-Stromnetz beschleunigt die Wankstabilität und eine verbesserte Luftfederung mit drei Kammern und 60 Prozent mehr Volumen besänftigt auch raue Straßenbeläge. Und das auch, wenn im Sportmodus eine der Kammern stillgelegt wird, im Sport-Plus ruhen deren zwei.

Selbst bei der Hatz über die engen Kurven einer Rennstrecke belegt der Kombi, dass er auch Sportwagen kann. Trotz mehr als fünf Meter Länge und bis zu 2,2 Tonnen Gewicht klebt der Porsche auf der Piste, fegt wie an der Schnur gezogen um die Kurven. Von den Fahrleistungen der Achtzylinder-Top-Motorisierungen und des Hybriden gar nicht erst zu reden: Hier hat sich der Porsche wirklich zu Recht seine Nische in der Oberklasse erschlossen. Der Panamera mit der großen Klappe wird so zum sportlichen Kombinator, der mit seinen Fahrleistungen selbst einschlägige AMG- oder Bentley-Konkurrenz in die Schranken verweist.

Im Normalverkehr kommt dazu die Voraussicht des schlauen Abstandsregeltempomaten: Der sieht optimale Beschleunigungs- und Verzögerungswerte etwa durch Ortseinfahrten schon für die nächsten drei Kilometer im Voraus und schaltet, beschleunigt und verzögert von selbst optimal.

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