Auch wenn aus bekannten Gründen die Verbrauchsangaben stets skeptisch zu bewerten sind, scheint der Ssangyong hier zu den Musterknaben zu zählen. Der offizielle Schnittverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer wurde bei den Touren rund um Madrid bei gelassener Fahrweise nur um gut einen Liter überschritten. Allerdings: Der Test-XLV hatte einen Allradantrieb, der naturgemäß für etwas höheren Durst sorgt.
Als reiner Fronttriebler kommt der Asiate auf einen Wert von unter sechs Litern. Vermutlich werden sich aber mehr Kunden den teureren 4x4-Antrieb entscheiden als bei anderen Marken. Schließlich gilt Ssangyong als Allrad-Spezialist. Die zeitgemäße Technik sorgt dank intelligenter Elektronik immer für die richtige Verteilung der Kraft auf die Achsen.
Sportliche Ambitionen sind künftigen Nutzern vermutlich aber ebenso fremd wie Ausflüge ins Gelände. Sie freuen sich über die hohe Sitzposition, den guten Überblick und vor allem über den üppigen Platz, den der Fünfsitzer auch auf den Rücksitzen bietet. Hinzu kommen zahlreiche pfiffige Ablagen, auch mit einer Steckdose für ein Tablet wie das iPad.
Sind alle Plätze besetzt, können 720 Liter an Gepäck im Heck verstaut werden. Im Zwei-Personen-Betrieb sind es fast 1.300 Liter, wenn man auf das Mitschleppen eines vollwertigen Reserverads verzichtet. Das alles sind gute Werte für das an sich recht kurze Korea-Mobil. Die Ausstattung ist recht ordentlich. Wer aber alles bestellt, was die Preisliste hergibt, kann den Grundpreis um gut 5.000 Euro hochschrauben. Der feinste XLV knackt dann die 30.000-Euro-Marke.
In Sachen Vernetzung wenig zu bieten
Nicht viel zu bieten hat der neue Ssangyong bei den derzeit aktuellen Themen: Internet-Vernetzung mit der digitalen Umwelt ist ebenso wenig zu finden wie Assistenzsysteme. Entwicklungschef Soo-Won Lee erklärt: „Wir sind nun mal eine kleine Firma, die alles nach und nach bewältigen muss“. Er versprach aber Nachbesserungen bei kommenden Modellen wie der Neuauflage des großen Rexton Anfang nächsten Jahres.
Ob sich die Marke, die im Jahr gerade einmal 150.000 Auto baut, mit dem XLV in die Herzen neuer Kunden fahren kann, wird die Zukunft zeigen. Immerhin hat Ssangyong in Deutschland nunmehr bereits 200 Händler. Und die haben auf ein Modell wie dieses kompakte Raumwunder schon lange gewartet.
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