Gefahren: Ssangyong XLV – Exot mit Platz für die Familie

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Mit einem Fünftürer im SUV-Look will Ssangyong endlich im kompakten SUV-Segment punkten. Der 4,44 Meter lange XLV bietet zu günstigen Preisen jede Menge Platz.

Der Ssangyong XLV startet ab 16.990 Euro.
Der Ssangyong XLV startet ab 16.990 Euro.
(Bild: Manuel Debus / Ssangyong)

Ssangyong bedeutet wörtlich übersetzt „zwei Drachen“. Nach einer alten koreanischen Legende wartete in grauer Vorzeit ein unzertrennliches Pärchen dieser Spezies eine Ewigkeit, bis es in den Drachenhimmel eingelassen wurde und bewies dabei Charakter und Standhaftigkeit. Eigenschaften, die man durchaus aus der gleichnamigen Autofirma zusprechen könnte. Wartet Ssangyong, die Nummer Vier aus Korea, doch schon seit Jahren auf den großen Erfolg in Europa.

Der neue, ab 16.990 Euro erhältlich XLV, eine um gut 24 Zentimeter verlängerte Version des im Vorjahr eingeführten Tivoli, muss es jetzt richten. Nach den Vorstellungen der deutschen Ssangyong-Dependance in Kerpen soll der Fünftürer dazu beitragen, den Verkauf von Ssangyong-Modellen auf 4.000 Fahrzeuge jährlich zu steigern.

Die erste Begegnung mit dem hochbeinigen XLV hinterlässt zunächst zwiespältige Gefühle. Zum einen beeindruckt die gelungene Frontpartie mit ihrem schmalen Grill, den doppelten Lufteinlässen und den freundlich dreinblickenden Scheinwerferaugen mit LED-Tagfahrlicht. Zum anderen irritieren die dicken Radhaus-Backen um die Hinterachse und das simpel gestaltete Heck mit Verwechslungsgefahr zu anderen Vertretern seiner Art. Die etwas zierlich geratenen Hinterräder verlieren sich in der geballten Masse an Blech, die der Verlängerung des Schwestermodells Tivoli geschuldet ist. Elegant dagegen das sanft gen Heck abfallende Dach, das ein wenig an den Range Rover Evoque erinnert.

Gediegen und je nach gewählter Ausstattung sogar wertig gibt sich die Gestaltung des Innenraums. Viel Klavierlack-Optik lockert den in dieser Preisklasse üblichen nüchternen Hartplastik-Einsatz auf. Dazu klare Instrumente, recht sparsam verteilte Schalter und ein zentraler 7-Zoll-Monitor für das von Tom-Tom stammende Navigationssystem. Alles sorgt für angemessene Behaglichkeit auch auf langen Touren.

Unter der recht kurzen Haube herrscht Bescheidenheit. In unserem Testwagen flüsterte ein nur 1,6 Liter großer Diesel, der schon nach den ersten Metern durch seine Laufruhe ebenso überrascht wie durch seinen spontanen Vorwärtsdrang beim Gasgeben. Laut Papierform liefert das Turboherz nur 85 kW/115 PS, protzt aber mit einer Durchzugskraft von 300 Newtonmetern.

In der Praxis, ob auf Landstraßen oder der Autobahn, erwies sich die Leistung als völlig ausreichend. Beim Mitschwimmen im Verkehr gab sich der Ssangyong keine Blöße. Nur beim Überholen musste die Sechsgang-Automatik, die von Mercedes stammt, recht früh zurückschalten, um den gut 1,5 Tonnen schweren XLV bei Laune zu halten. Dann hörte man aus dem Motorraum auch die Anstrengung, die das Gaspedal dem Triebwerk abverlangte.

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