Automarkt China Rasant steigende Exporte erhöhen den Druck in Europa

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Die Stimmung im chinesischen Automarkt ist angespannt. Experten rechnen in diesem Jahr mit einem deutlichen Verkaufsminus. Die Hersteller suchen deshalb einen Ausweg außerhalb der Volksrepublik.

Der chinesische Neuwagenmarkt ist anhaltend unter Druck, immer mehr Überproduktion geht in den Export.(Bild:  gemeinfrei/Pixabay)
Der chinesische Neuwagenmarkt ist anhaltend unter Druck, immer mehr Überproduktion geht in den Export.
(Bild: gemeinfrei/Pixabay)

Chinas Automarkt hat im Juni erneut sinkende Absatzzahlen verbucht, während die Exporte deutlich gestiegen sind. Wie Chinas Verband für Personenkraftwagen (CPCA) mitteilte, verkauften die Hersteller im Juni 1,602 Millionen Autos in der Volksrepublik, ein Rückgang um rund 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Parallel zogen Chinas Auto-Exporte im Juni im Vorjahresvergleich deutlich um rund 82 Prozent an. 877.000 Fahrzeuge verkauften die Hersteller laut Verbandsangaben ins Ausland. Mehr als die Hälfte davon waren Elektroautos oder Hybridwagen, die in China als „Neue Energiefahrzeuge“ (NEV) bezeichnet werden. Die NEV-Exporte allein betrachtet stiegen sogar um mehr als 150 Prozent, wie der Verband mitteilte. 

Die Entwicklung im Juni begründete der Verband unter anderem mit dem Einbruch bei Verbrennerfahrzeugen als Folge gestiegener Ölpreise. Dieser Trend beschleunige außerdem den Umstieg vieler Verbraucher von Verbrennern auf Elektroautos, hieß es weiter. Mit der Elektrifizierung und den steigenden Exporten sichert sich die Autobranche aus CPCA-Sicht derzeit ihr Wachstum.

Im NEV-Bereich zeichnet sich laut Verbandschef Cui Dongshu derzeit eine Polarisierung ab. Im Premiumsegment wachse der E-Automarkt, im Einstiegssegment preisgünstiger Modelle nehme dagegen der Druck zu.

Neuer Druck auf die Gewinne

 In Chinas Automarkt, einem der wichtigsten der Welt, herrschte lange ein anhaltend aggressiver Preiskampf. Mittlerweile drücken steigende Kosten von für Autos konzipierten Chips oder Preisspekulationen bei für Batterien benötigtem Lithiumcarbonat auf die Gewinne der Firmen. Hinzu kommen gesamtwirtschaftliche Auswirkungen einer Immobilienkrise, hoher Arbeitslosigkeit und einer damit verbundenen schwachen Nachfrage. 

Mit Blick in die Zukunft rechnete der Verband Mitte Juni nach eigenen Angaben noch mit einem Rückgang der Verkäufe in diesem Jahr um 14 Prozent. Ab Juli prognostizieren die Experten allerdings wegen erwarteter Steuerreformen und einer sich möglicherweise bessernden Chip-Versorgung schrittweise eine positive Stimmung im Markt.

(ID:50893903)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung