Geht Borgward-Eigner Foton das Geld aus?

Autor / Redakteur: Christian Otto / Andreas Wehner

Mit chinesischem Geld wurde die Marke Borgward wiederbelebt. Doch der Neustart scheint aufgrund finanzieller Engpässe des Eigners Foton zu stocken. Medien berichten sogar über einen geplanten Komplettverkauf.

Die Serienproduktion von Borgward-Modellen ist ab 2019 in Bremen geplant. Nun scheint dem Eigner Foton das Geld auszugehen.
Die Serienproduktion von Borgward-Modellen ist ab 2019 in Bremen geplant. Nun scheint dem Eigner Foton das Geld auszugehen.
(Bild: Borgward)

Sollte die Wiederbelebung der Traditionsmarke Borgward jetzt schon ins Stocken kommen? Auf der IAA präsentierte sich der Autobauer noch sehr selbstbewusst und äußerte sogar Expansionspläne. Finanziert werden sollen diese durch das Geld des chinesischen Eigners und Lkw-Herstellers Foton. Allerdings deutet sich seit letzter Woche an, dass das finanzielle Polster von Foton überschaubar ist. Darüber berichtete unter anderem die Bremer Tageszeitung „Weser-Kurier“ und bezog sich dabei wiederum auf Aussagen der chinesischen Tageszeitung „China Daily“.

Das chinesische Blatt geht sogar davon aus, dass Foton die deutsche Tochter komplett verkaufen muss. Klar ist, dass Foton nach weiteren Investoren sucht. Das hatte das Unternehmen auch in einer Ad-Hoc-Mitteilung kommuniziert. Ob es dabei um einen Komplettverkauf gehen solle, blieb unklar. Das allerdings erwarten laut „China Daily“ verschiedene Analysten. Der Lkw-Hersteller habe sich mit dem Borgward-Engagement finanziell verhoben, hieß es. Allein Fotons Bilanzgewinn ist demnach in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf umgerechnet knapp 18 Millionen Euro gesunken.

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Als möglichen Investor nannte die „China Daily“ die Baoneng Group. Die Gruppe gehört dem chinesischen Multimilliardär Yao Zhenhua. Zu Baoneng gehört schon ein Unternehmen, das Autoteile und unter anderem Elektromotoren herstellt.

Dass es bei Borgward Probleme geben könnte, machen Beobachter auch an dem noch immer nicht vollzogenen Kauf des 140.000 Quadratmeter großen Geländes beim Bremer Güterverkehrszentrum (GVZ) fest. Für dieses hätte Foton den Kaufvertrag bereits unterschreiben sollen. Den Termin ließen die Chinesen aber verstreichen. Auf dem Gelände will Borgward früheren Angaben zufolge ab 2018 ein „Elektrokompetenzzentrum“ mit Fertigung, Teststrecke und Auslieferungs-Station bauen.

Im geplanten Bremer Werk sollen ab 2019 rein elektrisch angetriebene sowie Plug-in-Hybrid-Modelle vom Band rollen. Borgward kündigte ein Produktionsvolumen von bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Jahr an. Momentan hält der Hersteller laut Informationen des „Weser Kurier“ auch am Produktionsstart für die Autos in Bremen fest.

Borgward hatte auf der IAA im September angekündigt, noch in diesem Jahr mit dem Online-Verkauf von Fahrzeugen in Deutschland starten zu wollen – zunächst über die Plattform Sixt Neuwagen. Auch das „Brand Experience Center“ in Stuttgart soll nach den bisherigen Plänen in Kürze fertig sein.

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