Für 2.500 Mitarbeiter Geplanter Rimac-Campus in Kroatien: Tesla-Spirit im Balkan

Redakteur: Svenja Gelowicz

Erst die Garage, nun ein supermoderner Campus: Das Start-up Rimac hat große Pläne. Wie das neue Headquarter Bauernhof-Umgebung und Engineering vereinen soll und was Mitarbeiter erwartet, wenn sie dort wohnen.

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Rimac: Geplantes Campusgelände des kroatischen E-Autobauers bei Nacht.
Rimac: Geplantes Campusgelände des kroatischen E-Autobauers bei Nacht.
(Bild: Rimac)

Kroatien gilt für viele in erster Linie als Urlaubsparadies. Künftig soll das Balkan-Land auch gefragte Fachkräfte anziehen. Denn der kroatische Elektroautobauer Rimac beginnt noch im aktuellen Jahr damit, einen modernen Campus hochzuziehen. Auf einem 200.000 Quadratmeter großen Grundstück in Sveta Nedelja, ein Ort wenige Kilometer westlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb, sollen Mitarbeiter bereits in zwei Jahren forschen, entwickeln und sogar Großserien produzieren. Auch das Unternehmen Greyp, Hersteller von Elektrofahrrädern und ebenfalls von Unternehmenschef Mate Rimac gegründet, soll Platz im neuen Headquarter finden. Rimac Automobili lässt sich den Bau über 200 Millionen Euro kosten.

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Der Rimac-Gründer Mate Rimac begann 2009 in einer Garage, an seiner Vision eines schnellen, elektrisch angetriebenen Sportwagens zu arbeiten. Rimac entwickelt mittlerweile nicht nur elektrifizierte Hyperars, sondern beliefert außerdem Hersteller wie Porsche oder Hyundai mit Leistungskomponenten. Dem Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen gehört mittlerweile fast ein Viertel der Rimac-Anteile. Hyundai und Kia wiederum haben kräftig in die Kroaten investiert.

Der 33 Jahre alte Rimac-Chef Mate Rimac.
Der 33 Jahre alte Rimac-Chef Mate Rimac.
(Bild: Rimac)

„Noch vor zehn Jahren war diese Firma nur ich in einer Garage und arbeitete an elektrischen Hochleistungsfahrzeugen und Komponenten. Seitdem sind wir auf rund 1.000 Mitarbeiter angewachsen“, sagt Mate Rimac. Das Geschäft soll innerhalb Kroatiens wachsen und das Land die langfristige Heimat von Rimac sein. Den Campus sieht der Rimac-Chef Mate Rimac dafür als „Sprungbrett für die Wachstumspläne“: „Er stärkt uns als Nischenhersteller von Hypercars, als führender Tier-1-Lieferant von elektrischer Leistungstechnologie für die größten Autobauer und als Vorreiter in der Welt der Autnomie und Mobilität.“

Rimac-Campus: Hightech trifft auf Bauernhof-Feeling

Rimac hat also große Pläne – und muss dafür freilich gefragte Fachkräfte anlocken. Dafür dürfte dem Campus eine große Rolle zukommen: Denn der Elektrifizierungsspezialist will schnell wachsen und zusätzliche 1.500 Beschäftigte anstellen. Die können an dem neuen Standort nicht nur an der Elektrifizierung von Fahrzeugen arbeiten, sondern dort auch wohnen – samt Fitnesszentrum und Gaming-Räume.

Ein Waldgebiet umrandet den Campus, darin sollen in sogenannten „Pods“ Mitarbeiter und Besucher eine Unterkunft finden. Außerdem soll es einen Kindergarten und Flächen für den Einzelhandel geben. Grundsätzlich gliedert sich der Campus in zwei Hauptgebäude, die durch ein gläsernes Restaurant miteinander verbunden sein sollen. Das Architekturbüro 3LHD hat den Entwurf umgesetzt.

Der Standort soll nicht nur ein Museum oder Teststrecken beheimaten, sondern auch abwechslungsreicher Natur Platz schaffen, zum Beispiel für Sumpf, Wiesen und einen großen Park. Auf dem Gelände sollen sogar Bio-Lebensmittel angebaut werden, in der Mitteilung ist auch die Rede von einem Dachgarten. Außerdem sollen Bauernhoftiere ein Zuhause finden. Dagegen sind das geplante Auditorium und ein Konferenzsaal kaum spektakulär.

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