Motorradhandel Geschäftsmodell Leidenschaft

Von Jan Rosenow

Immer mehr Autohändler entdecken das Motorradgeschäft als zusätzliches Businesssegment. Und Motorradhersteller greifen zunehmend gern auf die Strukturen professioneller Kfz-Betriebe zurück. Bleibt die Frage, welche Marke man wählen soll.

Motorräder bei einem Händler (Symbolbild): Leistungsstarke Motorräder stehen in Deutschland weiter im Mittelpunkt – aber auch 125er sind sehr erfolgreich.
Motorräder bei einem Händler (Symbolbild): Leistungsstarke Motorräder stehen in Deutschland weiter im Mittelpunkt – aber auch 125er sind sehr erfolgreich.
(Bild: Rosenow – »kfz-betrieb«)

Gerade einmal 75 Quadratmeter für den Showroom, zehn Modelle in der Ausstellung: Das sind Zahlen, über die ein Autohändler nur schmunzeln kann, die aber dem Inhaber manches Motorradladens die Schweißperlen ins Gesicht treiben. Etwa altgedienten Partnern einer Marke, die jahrzehntelang ein Fall für hartgesottene Fans war, vor einigen Jahren aber einen bemerkenswerten Höhenflug gestartet hat. Kleine Werkstattlokale, in denen die wenigen Neumaschinen in einer Ecke stehen, reichen den Managern nun nicht mehr aus.

Das ist nur ein Beispiel für den Wandel, der sich in der Motorradbranche derzeit vollzieht. Hersteller und Importeure holen nach, was ihnen die Autowelt vorgemacht hat: Die Händlerstützpunkte sollen nicht mehr den individuellen Charme des jeweiligen Besitzers widerspiegeln, sondern das Markenbild des Herstellers repräsentieren. Ein eigener Showroom, zumindest aber ein abgeteilter Bereich mit den von der Marke vorgegebenen Materialien, Möbeln und Gestaltungselementen ist immer öfter auch bei kleineren Marken Pflicht. Nicht alle Motorradhändler wollen oder können diesen Weg mitgehen.