Gespräche mit Lucid Motors: Springen Musk die Saudis ab?

Autor: Christoph Seyerlein

Als Elon Musk verkündete, die Finanzierung des geplanten Börsenausstiegs Teslas sei gesichert, hatte er offenkundig den saudischen Staatsfonds als Partner im Sinn. Doch dieser Plan steht einem Medienbericht zufolge auf äußerst wackligen Beinen.

Firmen zum Thema

2020 soll die Produktion der Limousine „Air“ von Lucid Motors anlaufen.
2020 soll die Produktion der Limousine „Air“ von Lucid Motors anlaufen.
(Bild: Lucid Motors)

Eine Finanzierung von Teslas geplantem Börsenabsprung durch den saudischen Staatsfonds steht offenbar auf weitaus wackligeren Beinen, als das Elon Musk zu kommunizieren versucht. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, führen die Saudis derzeit Gespräche über eine Beteiligung an Lucid Motors. Das US-Start-up möchte ab 2020 mit seinem Elektro-Modell „Air“ Teslas Model S Marktanteile streitig machen. Sollte ein Deal zustande kommen, wäre ein Abkommen zwischen Tesla und den Saudis höchst unwahrscheinlich.

Im Gespräch ist dem Bericht zufolge, dass die Araber in mehreren Schritten die Mehrheit an Lucid Motors übernehmen und dafür mehr als eine Milliarde Dollar zahlen könnten. Sowohl der Staatsfonds als auch der Hersteller wollten sich dazu am Montag nicht äußern.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Bei Lucid arbeiteten mehrere ehemalige Tesla-Manager, auch der Gründer ist ein Ex-Angestellter der Kalifornier. Wann das erste Modell auf den Markt kommt, ist noch nicht endgültig klar, Lucid selbst spricht vom Jahr 2020. Interessenten können die Limousine aber bereits vorbestellen. Ihre Reichweite soll je nach Ausstattungslinie zwischen 400 und 640 Kilometern liegen, die Preise werden wohl zwischen 60.000 und 150.000 Dollar variieren.

Tesla-Chef Elon Musk hatte kurz nach seiner Ankündigung, den Hersteller bei einem Wert von 420 Dollar pro Aktie von der Börse nehmen zu wollen, den saudischen Staatsfonds als Partner für die Finanzierung genannt. Dieser hält aktuell fünf Prozent an den Kaliforniern. Musks Ankündigung, dass die Finanzierung „gesichert“ sei, hatte ihm viel Kritik eingebracht, sogar die US-Börsenaufsicht SEC schaltete sich ein und ermittelt wegen Kursmanipulation.

(ID:45455321)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«