Gewerbekunden halten den Neuwagenmarkt am Laufen

Autor: Andreas Grimm

Im April sind die Neuzulassungen zwar leicht gesunken. Doch insgesamt ist die Nachfrage robust. Letztlich ist der Rückgang vor allem auf eine deutlich eingeschränkte Zahl an Eigenzulassungen zurückzuführen.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Das Firmenkundengeschäft ist derzeit der Hauptmotor für einen weitgehend stabilen Absatz im Neuwagengeschäft. Laut einer Auswertung der Zulassungszahlen durch den Datendienstleister Dataforce hat sich das Flottengeschäft im April als einziger Absatzkanal positiv entwickelt. Allerdings zeigt sich auch das Privatkundengeschäft noch weitgehend stabil.

Konkret kamen im April 78.672 Neufahrzeuge durch Firmen und Gewerbetreibende auf den Markt. Das waren 6.620 Einheiten oder 9,2 Prozent mehr als im April des Vorjahres. Vor allem aber ist es ein neuer Höchstwert für dieses Kundensegment. Darin könnte sich allerdings weiterhin noch ein Nachholeffekt wegen der WLTP-Verzögerungen des letzten Jahres verbergen, wenn die georderten Fahrzeuge erst jetzt zur Auslieferung kommen.

Zu dieser Entwicklung passt, dass sich der Dieselanteil im April stabilisiert hat. Insgesamt kamen rund 104.000 Selbstzünder neu auf die Straßen. Das sind 0,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Benziner-Erstzulassungen sanken dagegen um 5,1 Prozent, die E- und Hybridfahrzeuge legten kräftig zu. Auch Autoanalyst Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY erwartet derzeit eine Stabilisierung der Dieselverkäufe, speziell bei den im Flottengeschäft gefragten Modellen im gehobenen Segment und bei den größeren SUV.

Geringer Rückgang auf dem Privatmarkt

Stabil präsentierte sich der Privatmarkt im April. Zwar sanken die Erstzulassungen in diesem Kanal um 0,6 Prozent gegenüber dem April 2018. Das ist allerdings zum einen ein geringerer Rückgang als ihn der Gesamtmarkt verzeichnete, der 1,1 Prozent ins Minus ging. Zum anderen bedeuten 120.049 neu von Privatkunden zugelassene Pkw eines der besten April-Ergebnisse für diesen Kanal seit der Abwrackprämie. Allerdings besteht in diesem Marktsegment angesichts eingetrübter Konjunkturerwartungen das wachsende Risiko einer Kaufzurückhaltung.

Die insgesamt stabile Marktnachfrage hat Hersteller und Händler scheinbar im April zu einer deutlichen Zurückhaltung bei den taktischen Zulassungen verführt. Im Einzelnen fuhren die Hersteller und Importeure die Eigenzulassungen um 14,2 Prozent auf knapp 27.100 Einheiten zurück. Die Händler brachten mit 52.300 Einheiten 2,6 Prozent weniger Neuwagen auf die Straßen. Zusammengerechnet wurden über diese Kanäle 79.400 Fahrzeuge in den Markt gebracht. Der Anteil der taktischen Zulassungen am Gesamtmarkt betrug damit 25,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte er bei 27,5 Prozent gelegen.

Ebenfalls sehr zurückhaltend liefen die margenschwachen Erstzulassungen über die Autovermieter. Die brachten mit 32.600 Einheiten sogar 9,3 Prozent weniger Neuwagen auf die Straßen als ein Jahr zuvor.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«