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Große Autohausgruppen verdienen unterdurchschnittlich

Autor: Jens Rehberg

Zwar haben die 100 größten deutschen Autohandelsgruppen letztes Jahr bei Umsatz und Absatz wieder kräftig zugelegt. In Sachen Rentabilität liegen die Großen allerdings leicht unter dem Branchenschnitt, wenn man die Kennzahlen des ZDK zum Vergleich heranzieht.

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(Bild: Kleingeld vor Portmonee / Kleingeld vor Portmonee / Christoph Scholz / CC BY-SA 2.0 / BY-SA 2.0)

2017 haben die 100 größten deutschen Autohandelsgruppen beim Gewinn etwas schlechter abgeschnitten als der Durchschnitt der gesamten Branche. Wie im „Händlergruppenmonitor 2018“ des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) nachzulesen ist, konnten die großen Gruppen im vergangenen Jahr bei Umsatz und Absatzvolumen zwar satte Steigerungen erzielen. Vergleicht man jedoch die durchschnittliche Umsatzrendite der Top-100 mit den ZDK-Kennzahlen für die Gesamtbranche, so lagen die Großen im mittlerweile vierten Jahr in Folge etwas unterhalb des Branchenniveaus.

So sank die Umsatzrendite der größten Autohandelsgruppen 2017 laut der IFA-Studie von 1,6 Prozent im Vorjahr auf 1,4 Prozent ab. Für die Gesamtbranche weist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe für das Jahr 2017 eine Durchschnittsrendite von 1,5 Prozent aus. Bei ihren Analysen konnten die Autoren der IFA-Studie, Prof. Stefan Reindl und Benedikt Maier, auf Kennzahlen von 64 von 100 Handelsgruppen zurückgreifen – 36 der gelisteten Top-100-Unternehmen gaben den Wissenschaftlern keine Zahlen zu ihrer Renditesituation.

Beim Umsatz toppten die 100 größten Händler 2017 die Vorjahreswerte um durchschnittlich etwa 10 Prozent, wobei der zusammengenommene Umsatz auf 38,8 Milliarden Euro anstieg. Im Gegensatz dazu legte der Gesamtumsatz des Kfz-Gewerbes in Deutschland lediglich um 1,4 Prozent auf rund 174 Milliarden Euro zu. Damit liegt der Umsatzanteil der an der Erhebung beteiligten Händlergruppen nunmehr bei rund 22 Prozent.

Beim Neuwagenabsatz konnten die großen deutschen Händler im vergangenen Jahr um knapp 6 Prozent zulegen (Gesamtmarkt: +2,7 %). Das waren 730.112 Einheiten (2016: 689.540 Einheiten). Dementsprechend steigt der Anteil der Top-100-Gruppen am deutschen Neuwagenmarkt auf 21,2 Prozent.

Im Gebrauchtwagengeschäft hingegen war die Entwicklung der Großen wiederum unterdurchschnittlich. Während der deutsche Fabrikatshandel insgesamt im vergangenen Jahr 7,2 Prozent mehr Besitzumschreibungen verzeichnete, konnten sich die Top-100-Händler in diesem Bereich lediglich um 2,7 Prozent steigern.

Abgestiegen aus der Top-Ten der großen deutschen Autohändler ist im vergangenen Jahr – gemessen am Absatz – die Brass-Gruppe mit Sitz in Aschaffenburg. Zudem fiel Emil Frey aus der Spitzengruppe, allerdings nicht wegen Volumenrückgangs, sondern weil das Unternehmen überhaupt keine Zahlen mehr kommuniziert. Aufgerückt sind dafür die AHG (Horb am Neckar) und die Scherer-Gruppe aus Simmern.

Neben Übersichten zu den wesentlichen Kennzahlen der deutschen Top-100-Händlergruppen im Hinblick auf Fahrzeugverkäufe, Umsätze und Mitarbeiter enthält die Studie auch detaillierte Analysen zu den Top-20-Händlergruppen sowie Daten zur längerfristige Entwicklung der Gruppen.

Die jüngste IFA-Studie kann für 149 Euro zzgl. MwSt. bei anita.albrecht@ifa-info.de bezogen werden.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«